Studien 2009

American Express European Business Travel Barometer: „Best buy“-Strategien sind beliebt
Im europäischen Durchschnitt sanken die Geschäftsreisebudgets während der letzten zwölf Monate um 18 Prozent. 66 Prozent der Unternehmen berichten von niedrigeren Reisebudgets. Lediglich rund eines von zehn Unternehmen gibt an, dass das Budget für Geschäftsreisen erhöht wurde. Dies ergab das Mitte Dezember veröffentlichte American Express European Business Travel Barometer, für das Reiseverantwortliche von 336 Unternehmen in Europa befragt wurden.
Das Barometer zeigt eine Verschiebung bei den Gründen für Geschäftsreisen auf: Während der letzten zwölf Monate haben Unternehmen ihre Travel & Entertainment-Budgets (T&E) vor allem genutzt, um bereits bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen. 57 Prozent des Reisebudgets europäischer Unternehmen wurden für das Halten bestehender Kunden, für die Akquise neuer Kunden und die Erschließung neuer Märkte verwendet. 29 Prozent des Budgets wurden für interne Meetings und acht Prozent für Treffen mit Lieferanten ausgegeben.
Um ihre Reiseausgaben zu reduzieren, haben die Unternehmen verschiedene Maßnahmen ergriffen. Insbesondere „Best buy“-Strategien erzielen einen sofortigen Effekt. Dazu zählen Einschränkungen bei den erlaubten Beförderungsklassen sowie die häufig mit Vergünstigungen verknüpfte Frühbuchung. Weitere Einsparungen werden durch die  verstärkte Zusammenarbeit mit Travel Management-Dienstleistern, die Neuverhandlung von Lieferantenverträgen, die Nutzung von Alternativen wie Videokonferenzen sowie die Verschärfung der Reiserichtlinien erreicht.
Unternehmen mit Reisebudgets unter fünf Millionen Euro setzen insbesondere auf „Best buy“-Strategien, die Zusammenarbeit mit einem Travel Management-Anbieter und die Kontrolle von Seminar- und Konferenzausgaben. Unternehmen mit mehr als 20 Millionen Euro T&E-Budget optimieren Strukturen, indem sie neue Verträge mit Lieferanten aushandeln, verstärkt mit einem Travel Management-Anbieter im Bereich „Best buy“ zusammenarbeiten sowie die erlaubten Beförderungsklassen einschränken.
Verträge mit Lieferanten werden zunehmend weltweit ausgehandelt. Insbesondere im Bereich Luftfahrt erachten 81 Prozent der europäischen Unternehmen international geltende Vereinbarungen als sinnvoll. Knapp neun von zehn Unternehmen geben an, heute nur noch ein einziges Regelwerk für Geschäftsreisen zu haben. Dabei werden zunehmend auch Regeln für Bereiche festgelegt, die bislang selten berücksichtigt wurden, beispielsweise Richtlinien für Incentives oder Messen. Nur 18 Prozent der befragten Unternehmen haben Richtlinien zum Thema Umweltschutz. Das Internet gewinnt im Zusammenhang mit der Buchung von Geschäftsreisen immer mehr an Bedeutung: Sechs von zehn der Unternehmen geben an, Online-Buchungsplattformen zu nutzen.
Die befragten Unternehmen setzen zunehmend auf die Auswertung ihrer Geschäftsreisedaten. 61 Prozent der Unternehmen geben an, alle T&E-Ausgaben auszuwerten; 2008 waren dies nur 37 Prozent. Unternehmen greifen hierzu immer häufiger auf verschiedene Quellen zurück, um ein möglichst genaues Reporting sicherzustellen. Die Rolle des Travel Management-Dienstleisters als zentrale Sammelstelle für alle Daten wird von 77 Prozent der Unternehmen als wichtig eingestuft, gefolgt von Firmenkreditkartenanbietern (41 Prozent), dem internen Finanzsystem (41 Prozent) und Reiseanbietern aus den Bereichen Transfer und Hotellerie (12 Prozent).
Nur 24 Prozent der europäischen Unternehmen haben ein Bewertungssystem eingeführt, um die Effektivität der ergriffenen Sparmaßnahmen messen zu können. Dies verdeutlicht einen Widerspruch: Während die Erwartungen an Travel Management-Dienstleister zunehmend steigen, deutliche Kosteneinsparungen zu liefern, messen die Unternehmen diese nicht immer.
Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Krise bleiben europäische Unternehmen noch immer vorsichtig. Im Schnitt erwarten nur 20 Prozent für 2010 höhere Reisebudgets, 61 Prozent rechnen mit keinen großen Veränderungen und 19 Prozent sagen Kürzungen voraus. Die Prognosen für 2010 variieren je nachdem, aus welchen Ländern die Unternehmen stammen: Zu den Ländern, in denen viele Unternehmen eine überdurchschnittliche Erhöhung der Reisebudgets erwarten, gehören Deutschland (33 Prozent der Unternehmen), die Niederlande (28 Prozent) und Großbritannien (23 Prozent). Unternehmen in Belgien (22 Prozent) und Spanien (24 Prozent) sind diesbezüglich pessimistischer und erwarten eine überdurchschnittlich hohe Senkung der Reisebudgets.
Das European Business Travel Barometer 2009 basiert auf einer Telefonbefragung, die im September 2009 durchgeführt wurde. Befragt wurden Purchasing Manager und Travel Manager von insgesamt 336 Unternehmen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Schweden.

FH Bad Honnef/infas: Hotelmarke ist für Geschäftsreisende unbedeutend
Drei von vier Geschäftsreisenden in Deutschland bewerten die Lage eines Hotels als wichtig oder sehr wichtig. Damit dominiert dieses Kriterium die Hotelauswahl. Das ergab eine Befragung der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef – Bonn in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut infas, Bonn. Der Preis ist nur für etwas mehr als die Hälfte der Reisenden wichtig oder sehr wichtig, die Marke wird noch nicht einmal von 10% der Reisenden als wichtig oder sehr wichtig eingestuft. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zufriedenheit der deutschen Geschäftsreisenden mit den Hotelpreisen sehr hoch ist. Nahezu fünf von sechs Reisenden sind mit den Hotelpreisen zufrieden, lediglich einer von sechs ist eher unzufrieden.
Insgesamt schaffen es die Hotelanbieter nicht in ausreichendem Maße, die deutschen Geschäftsreisenden mit ihren Leistungen zu überzeugen, urteilt die Fachhochschule. Diejenigen, die auf ihrer letzten typischen Geschäftsreise ein Hotel benutzt hatten, wurden gefragt, welcher Hotelanbieter eine besonders überzeugende Leistung geboten hat. Zwei Drittel der Geschäftsreisenden antworteten auf diese Frage mit „weiß nicht“ oder „keiner“. Lediglich einer von drei Reisenden nannte einen Hotelanbieter. Dabei kamen die Einzel- und Kleinunternehmen im Vergleich zu den Markenhotels besonders schlecht weg. Obwohl 35% der übernachtenden Geschäftsreisenden auf ihrer letzten typischen Geschäftsreise ein Einzel- oder Kleinunternehmen benutzten, erlebten nur 5% der Reisenden die Leistungen als überzeugend.
Im Rahmen der Studie wurden im Juni und Juli 2009 bundesweit rund 15.000 zufällig ausgewählte Haushalte kontaktiert und insgesamt 1.018 Interviews mit deutschen Geschäftsreisenden geführt.

ITB World Travel Trends Report: Globaler Anstieg der Flugpreise erwartet
Die Preise für Flugreisen werden bereits kurz- bis mittelfristig rund um den Globus ansteigen. Davon geht der ITB World Travel Trends Report aus, der vom Beratungsunternehmen IPK International erstellt wurde. Nach Aussagen des Reports muss der Reisende die zu erwartende Erhöhung der Steuern und Abgaben mit seinem Flugticket bezahlen.
Trotz der aktuellen globalen Krise geht die Studie von einem dynamischen Wachstum im Luftverkehr in den kommenden zwei Jahrzehnten aus. Dabei werde der chinesische Markt ein jährliches Wachstum von rund 8,4 Prozent erfahren, gefolgt vom asiatisch-pazifischen Raum mit einem Wachstum von 6,9 Prozent und Lateinamerika mit einem geschätzten jährlichen Wachstum von 6,4 Prozent. Mit einem prognostizierten Wachstum von 3,4 Prozent liegt Europa deutlich unter dem weltweit angenommenen durchschnittlichen Zuwachs von 4,9 Prozent.
„Die weltweite Luftfahrtindustrie steht vor der bislang unbeantworteten Frage, ob sich das im Hinblick auf die gestiegene Preissensibilität zu beobachtende Downgrading beim Buchungsverhalten durchsetzt oder ob wir die Rückkehr in die Phase vor dem Beginn der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erleben werden“, kommentiert Dr. Martin Buck, Direktor des KompetenzCenter Travel & Logistics der Messe Berlin. Darüber hinaus werde sich zeigen, ob Unternehmen ihr Aufkommen an Geschäftsreisen künftig auf ein Minimum begrenzen und welchen Einfluss zum Beispiel Videokonferenzen und andere neue Kommunikationstechnologien auf das Reiseverhalten haben werden. Die Krise habe auch zu einer positiven Entwicklung geführt, denn Überkapazitäten im weltweiten Luftverkehr seien abgebaut und ältere Flugzeuge mit hohem Kerosinverbrauch aus dem Verkehr gezogen worden. Eine umfassende Nachfrageerholung ist kurzfristig nicht zu erwarten.
Der Report basiert auf Einschätzung von 60 Tourismusexperten aus 30 Ländern, einer Trendanalyse in den wichtigsten Herkunftsmärkten sowie auf Kerndaten des World Travel Monitor, der als größte kontinuierliche Studie zum globalen Reiseverhalten aus rund 60 Herkunftsländern gilt.

AirPlus: Kleine Firmen schicken Mitarbeiter länger auf Reisen
Infolge der globalen Rezession haben Unternehmen weltweit die Zahl der Geschäftsflüge reduziert und auch bei den Service-Klassen Abstriche gemacht. Mit dem Herunterfahren der Anzahl der Business Trips geht aber parallel eine andere, bisher wenig beachtete Entwicklung einher: Geschäftsreisen dauern länger. Lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei einer Flug-Geschäftsreise im globalen Durchschnitt 2007 noch bei 2,2 Tagen, sind es 2009 2,4 Tage. Das ist das Ergebnis einer Ende November veröffentlichten Marktuntersuchung von AirPlus.
Differenzierter stellt sich das Bild bei der Betrachtung des Reiseverhaltens von Mitarbeitern unterschiedlicher Firmengrößen dar – Beispiel Deutschland: Hier zeigt sich, dass Geschäftsreisende kleiner Unternehmen zunehmend länger unterwegs sind. Die Aufenthaltsdauer stieg von 2,4 Tagen 2007 auf jetzt 2,5 Tage. Bei mittelgroßen Unternehmen blieb die Reisedauer von durchschnittlich 2,3 Tagen dagegen über die letzten Jahre stabil. Kontinuierlich kürzer wurden hingegen vor allem die Aufenthalte von Mitarbeitern großer Firmen und Konzerne. Bei ihnen sank die durchschnittliche Reisedauer von 1,9 Tagen (2007) auf jetzt 1,7 Tage. Bemerkbar machen sich hier die vor allem in dieser Unternehmensgröße stark verschärften Reiserichtlinien.
Der AirPlus Business Travel Index basiert auf der Auswertung von jährlich mehr als 12 Millionen Flugbuchungen, die über 32.000 Unternehmen weltweit tätigen.

Europcar-Studie: Preis ist entscheidendes Kriterium bei Wagenmiete
Die Anmietung von Fahrzeugen für Geschäftsreisen unterliegt verstärkt Sparmaßnahmen. Das zeigt eine Mitte November veröffentlichte Auswertung des Autovermieters Europcar von Buchungsstatistiken aus 18 Ländern. In 13 von 18 Ländern wurde der Preis als entscheidendes Kriterium der Fahrzeugwahl genannt. Der Repräsentationsaspekt rückt in den Hintergrund. Die Befragung offenbart zudem große kulturelle Unterschiede.
In 12 von 18 Ländern werden die Fahrzeuge am häufigsten für Geschäftsreisen mit einer Dauer von 2-3 Tagen sowie für eine Entfernung von 100-500 Kilometer vermietet. Gebucht werden Mietwagen hauptsächlich online.
Um Kosten zu sparen, entscheiden sich Geschäftsreisende generell für deutlich kleinere Mietwagenmodelle. In 9 von 18 Ländern werden am häufigsten Fahrzeuge der Compact-Klasse wie zum Beispiel VW Golf oder Audi A3 vermietet. In Frankreich und Portugal werden für Geschäftsreisen bevorzugt Modelle der noch kleineren Economy-Klasse wie VW Polo oder Fiat Grande Punto angemietet. Anders als in Deutschland gelten Autos in diesen Ländern weniger als Statussymbol, sondern werden eher als Gebrauchsgegenstand angesehen.
Umweltaspekte spielen in 17 der insgesamt 18 Länder bei der Auswahl des Mietwagens für Geschäftsreisen bisher eine untergeordnete Rolle. Ausnahme: Schweden. Umweltfreundlichkeit wird hier nach dem Preis als zweitwichtigstes Entscheidungskriterium genannt. Auf den Philippinen hingegen werden sowohl Preis als auch Repräsentationszweck als entscheidende Auswahlkriterien für die Mietwagenbuchung genannt.
Spielt die Ausstattung der Mietwagen mit Navigationsgeräten in Ländern wie Dänemark oder Schweden nur eine geringe Rolle, werden die elektronischen Wegweiser in Deutschland sehr geschätzt. 44 Prozent der Geschäftskunden nutzen bereits das Angebot, ein Navigationsgerät für einen Aufpreis mit zu buchen. Laut Schadenstatistik von Europcar sind Mietfahrzeuge mit Navigationsgerät zu zehn Prozent weniger in Unfälle verwickelt als Fahrzeuge, in denen ortsunkundige Fahrer abgelenkt waren durch die Suche nach dem richtigen Weg.

 

Advito-Branchenprognose für Geschäftsreisemarkt 2010
Die Einkäufer von Geschäftsreiseleistungen können im nächsten Jahr signifikante Einsparungen erzielen. Allerdings sinken die Chancen im Laufe des Jahres, wenn die Flugpreise wieder anziehen und die regionalen Hoteltarife zu schwanken beginnen. Das sind Ergebnisse der Ende Oktober veröffentlichten Branchenprognose für den Geschäftsreisemarkt „2010 Industry Forecast“ von Advito, der Beratungssparte von BCD Travel.
Es werde „beeindruckende Preisnachlässe“ für Kunden geben, die den Airlines wirksam Umsatz verschaffen, so Advito. Besonders gut seien die Aussichten auf ein gutes Geschäft in der Business Class. In der Rezession könnten Travel Manager Verbesserungen ihrer Programme vorantreiben, die vor der Wirtschaftskrise undenkbar gewesen wären, lautet der zentrale Ratschlag.
Folgende Trends werden in der Studie genannt:
·         Die Bedeutung von mobilen Anwendungen und sozialen Online-Netzwerken für die Geschäftsreise wächst rasch.
·         Advito erwartet, dass die Flugtarife weltweit im niedrigen bis moderaten Bereich von 1,5 bis 5 Prozent steigen werden.
·         Auch wenn die Hotelpreise in einigen Märkten 2010 wieder leicht ansteigen, wird der Markt für Hotelprogramme auch im nächsten Jahr ein vom Käufer bestimmter Markt bleiben.
·         Die Aussicht für Mietwagenpreise bleibt 2010 relativ stabil. Advito erwartet nur geringe Schwankungen entsprechend den lokalen Bedingungen.
·         Aufgrund der steigenden Nachfrage und fortwährender Monopole auf nahezu allen Bahnstrecken werden die allgemein zugänglichen Tarife voraussichtlich weiter steigen. Das gilt vor allem für Hochgeschwindigkeitsstrecken, auf denen sich teure Investitionen erst bezahlt machen müssen.

AUMA-Studie: Messen sorgen jährlich für 23 Mrd. Euro Produktion
Die Messen in Deutschland sorgen in der deutschen Wirtschaft jährlich für Produktionseffekte von 23,5 Mrd. Euro. Gleichzeitig erzeugen Messen einen Beschäftigungseffekt von 226.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Außerdem sind 3,8 Mrd. Euro Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden auf die Durchführung von Messen zurückzuführen. Messen haben damit eine erhebliche gesamtwirtschaftliche Bedeutung - neben ihrer Hauptfunktion, Angebot und Nachfrage einzelner Branchen zusammenzuführen und transparent zu machen. Das geht aus einer Mitte Oktober vorgelegten Studie des AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft hervor, die vom ifo-Institut durchgeführt wurde.
Wichtigste Quelle für die gesamtwirtschaftlichen Wirkungen sind Messeausgaben der in- und ausländischen Aussteller auf deutschen Messen. Sie summieren sich zu 7,8 Mrd. Euro für ein durchschnittliches Messejahr des Zeitraums 2005 bis 2008. Größter Ausgabenblock ist der Standbau einschließlich Transportkosten und anderer standbezogener Leistungen mit einem Anteil von 30,8%. Es folgen die Standmiete inklusive Nebenkosten mit 20,7%, die Personalkosten mit 16,3%, Übernachtung/Verpflegung mit 12,6% und die Reisekosten mit 10,2%.
Zu den gesamten Messeausgaben der Aussteller von 7,8 Mrd. Euro tragen die internationalen/überregionalen Messen mit 6,4 Mrd. Euro bei. Das heißt auch, dass dieser Messetyp die stärksten regional- und gesamtwirtschaftlichen Effekte auslöst, insbesondere weil hier überdurchschnittlich hohe Übernachtungs- und Reisekosten anfallen. Umgekehrt heißt dies, dass regionale Messen, bei denen auch die Aussteller häufig aus der Region kommen, geringere regionalwirtschaftliche Wirkungen auslösen.
Messebesucher geben pro Jahr 3,8 Mrd. Euro aus Ein ähnliches Bild ergibt sich auf der Besucherseite: Von den gesamten Messeausgaben von 3,8 Mrd. Euro entfallen 2,9 Mrd. Euro auf die Besucher internationaler/überregionaler Messen, denn diese Personen reisen vielfach aus großen Entfernungen an und übernachten häufig ein- oder mehrmals, vor allem ausländische Gäste. Größter Ausgabenblock für einen Messebesucher ist die Übernachtung (23,0%); fast gleichauf folgen die Kosten für die An- und Abreise (22,5%) und für Gastronomie (20,9%).
Die direkten messe-induzierten Ausgaben von Ausstellern (7,8 Mrd. Euro) und Besuchern (3,8 Mrd. Euro) summieren sich zu 12 Mrd. Euro einschließlich der Investitionen der Messeplätze, die in den Jahren 2005 bis 2008 im Durchschnitt gut 400 Mio. Euro ausmachten.
Die direkten Ausgaben von Ausstellern, Besuchern und Messeplätzen haben Folgewirkungen auf nahezu alle Sektoren der deutschen Volkswirtschaft. Weiter zu berücksichtigen sind die Einkommen, die aus diesen Wirkungen entstehen und zu einem erheblichen Teil wieder ausgegeben werden. So ergeben sich nach den Berechnungen des ifo-Instituts insgesamt Produktionseffekte, die doppelt so hoch sind wie die direkten Ausgaben, insgesamt 23,5 Mrd. Euro. Daraus resultiert ein Beschäftigungseffekt von 226.000 Vollzeitarbeitsplätzen. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Dienstleistungen (117.000), aber auch die Bereiche Handel, Verkehr, Nachrichten (52.000 Arbeitsplätze) und das produzierende Gewerbe (47.000) profitieren erheblich von der Durchführung von Messen in Deutschland.

Hotelpreis-Index: Preise in Deutschland weiterhin unter Druck
Die Preise für Hotelzimmer in Deutschland liegen nach wie vor unter Vorjahresniveau. Dies geht aus dem Hotelpreis-Index hervor, den hotel.de für das dritte Quartal 2009 erstellt hat. Für diesen Zeitraum liegen die Hotelzimmerpreise in Deutschland im Vergleich zum zweiten Quartal 2009 um 2,3% niedriger, im Vergleich zum Vorjahresquartal um 7,3%.
Eine Nacht in einem deutschen Hotel kostete im dritten Quartal durchschnittlich 85,01 Euro. Bei den deutschen 1- sowie 3-Sterne-Hotels sind die Zimmerpreise über die Monate Juli, August und September im Vergleich zum zweiten Quartal mit plus 2,6% beziehungsweise plus 0,8% wieder leicht angestiegen. Ein Vorjahresvergleich belegt, dass der Preisverfall die 4- und 5-Sterne-Häuser (minus 9% beziehungsweise minus 15%) am stärksten getroffen hat.
Während ein ausgeprägtes Messegeschäft den Hotels in typischen Messestädten wohl im zweiten Quartal noch relativ hohe Preise bescherte, mussten diese im vergangenen Sommerquartal deutlich Federn lassen: Hannover minus 21%, Nürnberg minus 15% und Frankfurt am Main minus 13%. Preissteigerungen gab es in München (plus 8%), Hamburg (plus 1%) und Berlin (plus 0,5%). München (100,89 Euro) bleibt auch im dritten Quartal 2009 die Stadt mit den höchsten durchschnittlichen Hotelzimmerpreisen in Deutschland, gefolgt von Hamburg (91,44 Euro) und Bonn (90,45 Euro).
In den meisten europäischen Ländern litten Hoteliers im Sommerquartal weiterhin an teils beträchtlichen Preisrückgängen. Insbesondere die als überteuert geltenden Städte Moskau (minus 17%), Helsinki (minus 16%) und Warschau (minus 12%) mußten nach schon massiven Einbrüchen im Vergleich zum Vorjahr im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal 2009 Rückgänge hinnehmen. Berlin (82,58 Euro) gehört nach Prag (62,94 Euro), Budapest (77,91 Euro) und Lissabon (80,18 Euro) zu den günstigsten Hauptstädten in Europa.

Landmark Study Reveals ROI of Business Travel
New research conducted by leading global research firm Oxford Economics establishes the first clear link between business travel and business growth. For every dollar invested in business travel, businesses experience an average $12.50 in increased revenue and $3.80 in new profits, according to the study. It is the first time that the return on investment of business travel has been successfully measured.
The study found that curbing business travel can have a strong negative impact on corporate profits. The average business in the U.S. would forfeit 15 percent of its profits in the first year of eliminating business travel, and it would take more than three years for profits to recover.
Business travel in the U.S. is responsible for $240 billion in spending and 2.4 million American jobs; $100 billion of this spending and 1 million American jobs are linked directly to meetings and events. In the first six months of 2009, business travel is down by 12.5 percent. A 10 percent increase in business travel spending would increase multi-factor productivity, leading to a U.S. GDP increase between 1.5 percent and 2.8 percent.
The Oxford Economics Business Travel study is sponsored in part by the Destination & Travel Foundation, a combined effort of the U.S. Travel Association and Destination Marketing Association International.
For more information, visit www.destinationtravel.org.

FH Bad Honnef: Anzahl der Geschäftsreisen sinkt um 13 Prozent
Die Zahl der Geschäftsreisen in Deutschland ist dieses Jahr im Vergleich zu 2008 von 120 Mio. Reisen auf 105 Mio. Reisen um mehr als ein Zehntel zurückgegangen. Das besagt eine Studie der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef – Bonn. Demnach hat sich die Zahl der geschäftlich Reisenden in Deutschland gegenüber dem Vorjahr aber nicht verändert. Nach wie vor unternimmt jeder achte Erwerbstätige, das sind 5 Mio. Menschen, mindestens eine Geschäftsreise im Jahr.
Zusätzlich zum Rückgang der Reisen haben sich die Ausgaben beruflich Reisender für Transport- und Beherbergungsleistungen teilweise verändert. Der Vergleich mit den Vorjahresergebnissen zeigt, dass die durchschnittlichen Ausgaben der Geschäftsreisenden pro Reise für Flüge und Mietwagen jeweils um rund 10% gesunken sind. Die Ausgaben pro Geschäftsreise für Bahnfahrten sind eher konstant geblieben, während die Ausgaben für Hotelübernachtungen sogar leicht angestiegen sind.
Im Rahmen der Studie, die in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut infas in Bonn durchgeführt wurde, wurden im Juni und Juli 2009 bundesweit 1.018 Interviews mit deutschen Geschäftsreisenden geführt.

Firmenfuhrparks: Umweltschutz ja, aber keine kleineren Autos
In deutschen Firmenflotten hält der Trend zu umweltschonenden Fahrzeugen weiter an - allerdings wollen viele Fuhrparkmanager und Dienstwagenfahrer noch nicht auf Prestige, Komfort und Leistung größerer Autos verzichten: Bei den in den kommenden zwei Jahren geplanten Umweltschutzmaßnahmen dominieren Autos mit so genannten Umweltlabels (25 Prozent) und andere umweltfreundliche Antriebe bzw. Kraftstoffe (23 Prozent) - nur neun Prozent wollen kleinere Fahrzeuge einsetzen. Weitere geplante Ökomaßnahmen sind alternative Transportmöglichkeiten (zwölf Prozent), Routenoptimierungen (sechs Prozent), Videokonferenzen, Telearbeit (je fünf Prozent), Spritsparkurse (vier Prozent) und Poolfahrzeuge (ein Prozent). Das ist ein Ergebnis des "Barometers 2009", einer Umfrage des Corporate Vehicle Observatory (CVO) in zwölf Ländern.
In 19 Prozent der deutschen Fuhrparks ist bereits mindestens ein umweltschonendes Fahrzeug im Einsatz - dies ist vor allem in Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern der Fall (56 Prozent). Bevorzugt werden derzeit leistungsstarke, aber ökologische Autos - "Umweltlabel" für kraftstoffsparende Technik wie Blue Motion, eco2, blue tec oder econetic sind heute bei 13 Prozent der Flotten vorzufinden. Lediglich jeweils drei Prozent setzen auf Biosprit und Gas, nur ein Prozent auf Hybridautos und null auf Elektroantriebe. Dies soll sich aber in den kommenden drei Jahren stark ändern: Biosprit könnte dann auf 13 LPG bzw. Auto- oder Erdgas auf 17 Prozent steigen. Noch deutlicher fällt die Prognose für Batterielösungen aus: Elektroautos wollen neun und Hybridfahrzeuge 15 Prozent nutzen, Umweltlabel klettern auf 42 Prozent.
Die deutschen Flottenmanager schätzen auch die Bereitschaft ihrer Fahrer zur Nutzung umweltschonenden Fahrzeugen überwiegend positiv ein (91 Prozent) - bei mehr als der Hälfte (51 Prozent) erwartet man aber nicht, dass sie freiwillig auf kleinere Autos umsteigen. Viele meinen, sogar konkrete Anreize zur CO2-Reduzierung seien bei den Fahrern nicht willkommen (57 Prozent). An Spritspartrainings dagegen würden aus Sicht der Fuhrparkverwalter 57 Prozent teilnehmen.
Der CVO als Informations- und Expertenplattform für Flottenmanagement wurde von ARVAL und der Bank BNP Paribas gegründet. In Deutschland wurden bei der Studie im ersten Quartal 2009 zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut tns Sofres 300 Personen befragt, die Entscheidungsbefugnis über den Fuhrpark ihres Unternehmens haben.

American Express Business Monitor: Europäische Flugpreise weitgehend stabil
Die Flugpreise in Deutschland haben sich im ersten Quartal 2009 moderat verändert und spiegeln damit den europäischen Trend wieder: Nachdem die Preise für ein Ticket der Economy Class im letzten Quartal drastisch gesunken sind, stiegen diese im ersten Quartal um 7,2 Prozent und näherten sich damit dem europäischen Durchschnitt wieder an (+ 5,3 Prozent). Für die Business Class musste man hierzulande 0,7 Prozent mehr bezahlen, europaweit sogar nur 0,3 Prozent. Für das europäische Hotelgewerbe hat sich der Sinkflug bei den Übernachtungspreisen etwas verlangsamt. Dies geht aus dem „American Express Business Travel Monitor“ hervor.
Im ersten Quartal 2009 bauten die Fluggesellschaften aufgrund der Wirtschaftskrise zwar weiter Kapazitäten ab, jedoch nicht schnell genug, um mit der abnehmenden Nachfrage mitzuhalten. Air Berlin berichtet für Februar einen Rückgang der Passagierzahlen um 8,5 Prozent. Dieser Trend wurde vom Frankfurter Flughafen bestätigt. Hier wurde im gleichen Monat ein Rückgang von 4,5 Prozent vermeldet. Im Einjahresvergleich kann man für Deutschland deutliche Preisschwankungen bei den Flugtickets feststellen: So wurde im ersten Quartal 2009 für ein Economy Class-Ticket 15,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum bezahlt; europaweit ging der Preis hierfür um 13,2 Prozent zurück. Ein Business Class-Ticket hat sich dagegen um 14,2 Prozent verteuert, während die gleiche Buchungsklasse auf europäischer Ebene mit einem Rückgang von lediglich 3,4 Prozent relativ stabil blieb.
Zwar gaben die durchschnittlichen Hotelpreise in Europa im ersten Quartal weiter nach, doch nicht so stark wie im vierten Quartal 2008, so das Ergebnis von 43 von 48 geprüften Städten. Der Preis für eine Hotelübernachtung sank im Durchschnitt um 9 Prozent und damit nur halb so viel wie im vierten Quartal. In lediglich sieben Städten kam es im ersten Quartal zu einem signifikanten Preisnachlass von über 20 Prozent; im letzten Quartal 2008 waren es immerhin noch 22 Städte, deren Übernachtungspreise auf diesem starken Niveau gesunken sind.

Geschäftsreisen im Schatten der Rezession
Nur noch knapp 20% der Travel Manager, die im Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR), dem deutschen GeschäftsreiseVerband, organisiert sind, bemerken bisher keine Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Geschäftsreiseaktivitäten. Waren im Winter letzten Jahres bereits mehr als 60% betroffen, so hat sich der Anteil bis Mitte Februar auf knapp über 80% erhöht. Dies ergab eine Umfrage, die Prof. Dr. Ernst-Otto Thiesing vom Bereich Tourismusmanagement der Karl-Scharfenberg-Fakultät Salzgitter an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel im Februar bei den im VDR organisierten Travel Managern von Unternehmen durchgeführt hat.
Dabei sind dienstleistungsorientierte Unternehmen bisher etwas glimpflicher davon gekommen: Die Krise setzte im Vergleich zu Industrieunternehmen später ein. Außerdem ist der Anteil der Dienstleistungsunternehmen, die bisher keine Auswirkungen spüren, mit knapp einem Drittel deutlich höher als bei Industrieunternehmen mit 17%.
Über 90% der befragten Travel Manager gehen von einem Rückgang der Ausgaben für Geschäftsreiseaktivitäten im laufenden Jahr gegenüber dem Vorjahr aus. Rund 70% rechnen mit einem Rückgang von über 10%. Rückgänge von mehr als 20% erwarten sogar 44%. Nur knapp 7% aller Travel Manager rechnen mit steigenden Ausgaben für Geschäftsreisen.
Über 90% aller Travel Manger – unabhängig von der Branchenzugehörigkeit – sehen generell noch Einsparpotenzial bei Geschäftsreisen. Knapp 50% der Befragten gaben an, dass ihrer Einschätzung nach noch mindesten 10% Einsparpotenzial realisiert werden kann. Knapp 10% waren allerdings der Meinung, dass das Einsparpotenzial bei Geschäftsreisen nun weitestgehend ausgeschöpft sei.
Die bisher schon zu beobachtenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf das Travel Management sind unterschiedlich. 72% der Befragten gaben an, dass in den Unternehmen seit Beginn der Krise deutlich intensiver geprüft werde, ob eine Dienstreise wirklich notwendig sei. Und in 46% der Unternehmen wurden als Antwort auf die Krise die Reiserichtlinien verschärft.
Die Travel Manager erwarten, dass Geschäftsreisen künftig kürzer sein werden, dass Flüge früher gebucht werden, um Kosten zu sparen, und dass auch vermehrt niedrigere Klassen bei Flügen gebucht werden. Bei Unterkünften wird dies weit weniger erwartet. Kürzungen erwarten die Travel Manager auch bei externen Meetings und Events, der Einsatz von Video- und Telefonkonferenzen werde zunehmen.
Der Optimismus, dass die Krise schnell überwunden wird, ist nicht sehr ausgeprägt: Mehr als 60% der Befragten sind der Meinung, dass sich frühestens in einem Jahr die Geschäftsreiseaktivitäten wieder normalisieren und das alte Niveau erreichen. Über 20% rechnen sogar damit, dass dies zwei Jahre oder länger dauert oder das alte Niveau gar nicht wieder erreicht wird.
Dienstleister sehen das Ausmaß der Krise vergleichsweise optimistisch: „Nur“ gut 20% sind stark negativ betroffen, jeweils knapp 30% erwarten einen mittleren oder leichteren Rückgang. Über 20% jedoch prognostizieren für das laufende Jahr eine Steigerung der Geschäftsreiseaktivitäten.
Befragt wurden im Zeitraum vom 11. bis 18. Februar 128 Mitglieder des Verbands Deutsches Reisemanagement e.V.

 

Immer mehr Online-Hotelbuchungen
Die deutschen Hoteliers verzeichneten 2008 überdurchschnittliche Zuwächse bei Zimmerreservierungen per Internet, CRS und GDS. Für knapp 73 Prozent der Hoteliers stieg die Zahl der Buchungen über die eigene Hotel-Webpage. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert unter 221 Hotelbetrieben in ganz Deutschland hervor. Bei rund 81 Prozent der Befragten stieg auch die Zahl der Reservierungen über Buchungsportale und bei rund 58 Prozent die Zahl der Buchungen über CRS und GDS.
Jedes fünfte Hotel erhält mittlerweise zehn Prozent ihrer Buchungen über elektronische Wege. Rund jedes zehnte Hotel erwirtschaftet ein Viertel aller Zimmerverkäufe über Internet, CRS und GDS. Zwölf Prozent der Hotels generieren sogar fast die Hälfte ihrer Reservierungen mit elektronischen Buchungskanälen. Die Zahl der Hotels, die immer stärker vom Internetumsatz abhängen, wächst stetig während sich die Zahl der Hotels ohne Internetzugang dem Nullpunkt nähert.
Über 78 Prozent der Hoteliers rechnen fest damit, dass die Zahl der Reservierungen über die eigene Homepage in diesem Jahr steigen wird. Steigerungen bei Buchungen über Portale erwarten rund 70 Prozent der Befragten. Nur wenige (2 beziehungsweise 4 Prozent) gehen von Rückgängen bei Buchungen über die eigenen Webpages oder Buchungsportale aus.
Bei den Buchungsportalen führt HRS.de deutlich das Feld an. Für 59 Prozent der Befragten erbrachte der Kölner Dienstleister die meisten Buchungen im vergangenen Jahr. Bei rund 17 Prozent der Hoteliers war booking.com der wichtigste externe Umsatzbringer und bei rund acht Prozent hotel.de. Andere Buchungsportale wie hotels.com, venere.com und andere spielen nur eine Nebenrolle, bringen aber auch Geschäft.
Betrachtet man die verschiedenen Hotelsegmente, bleibt HRS.de zwar stets der wichtigste Buchungspartner im Internet, doch die Gewichtung fällt unterschiedlich stark aus. So ist für rund 27 Prozent der Ferienhotels und knapp 22 Prozent der Individualhotels das Portal booking.com der wichtigsten Reservierungspartner. Bei Geschäftsreisen ist HRS.de deutlich der Sieger: Für 70 Prozent der Businesshotels ist das Kölner Portal die Nr. 1 bei Internetbuchungen. Auf Platz 2 liegt dann hotel.de (13 Prozent) und auf Platz 3 booking.com (11 Prozent).

American Express Studie: Veranstaltungsbranche im Umbruch
Die Veranstaltungsbranche wird 2009 von den Themen Einsparungen, Werte, Flexibilität und Innovation bestimmt. Auf der einen Seite werden Veranstaltungen deutlich stärker nach betriebswirtschaftlichen Kriterien und konkreten Ergebnissen überprüft. Auf der anderen Seite dienen sie in Zeiten globaler Verunsicherung immer häufiger dazu, Werte zu transportieren und zu vermitteln. Darüber hinaus besteht ein Trend zu höherer Flexibilität und innovativen Lösungen. Dies ergab die gemeinsame Future Watch Studie 2009 von American Express und dem Veranstalterverband Meeting Professionals International (MPI).
Die weltweit 2.700 befragten Unternehmen, Kongress- und Veranstaltungsmanager sowie Lieferanten aus 53 Ländern gehen davon aus, dass dieses Jahr im Schnitt neun Prozent weniger Veranstaltungen stattfinden als 2008 und die Budgets für Meetings und Events um sechs Prozent gekürzt werden. Sie erwarten außerdem, dass sich die Planung sowie der Inhalt von Veranstaltungen spürbar wandeln werden. So gaben drei von vier Befragten an, dass sie mittlerweile den Nutzen von Veranstaltungen systematisch messen. Dabei wird häufig der Ertrag pro eingesetzten Euro errechnet, beispielsweise anhand von erzielten Geschäftsabschlüssen.
Da sich die Anzahl der Veranstaltungen 2009 tendenziell verringert, erwarten die Befragten, dass Einkäufer von Leistungen gegenüber Lieferanten wie etwa Hotels eine bessere Verhandlungsposition erhalten. Sie rechnen mit vermehrten Zugeständnissen und Vergünstigungen bis hin zu Gratisleistungen – zum Beispiel beim Transfer vom Flughafen zum Hotel oder bei der Verpflegung.
Die Studie zeigt auch, dass weiche Faktoren wie soziale und ökologische Verantwortung bei Meetings und Veranstaltungen langfristig eine größere Rolle spielen werden. Jeder zehnte Veranstaltungsplaner sieht bereits einen Trend hin zu umweltfreundlicheren Meetings. Manche Unternehmen wählen ihre Veranstaltungsorte danach aus, ob eine ökologisch verträgliche Anreise, beispielsweise durch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, möglich ist. Andere Firmen spenden pro Teilnehmer einen gewissen Betrag an karitative Organisationen.
Die Entwicklung zu flexibleren Verträgen im Veranstaltungsmanagement ist ebenfalls eine Folge engerer Budgetvorgaben. Sowohl Einkäufer als auch Lieferanten gehen zunehmend dazu über, Ausstiegsklauseln in ihren Geschäftsbedingungen zu verankern. So können sie besser reagieren, wenn Meetings abgesagt werden. Von Planern wird erwartet, dass sie flexible und innovative Lösungen für jegliche Art von Veranstaltung bereithalten. Damit in Verbindung steht der Anspruch der Unternehmen, weniger Veranstaltungen durchzuführen, den Qualitätsanspruch pro Veranstaltung jedoch höher anzusetzen.

Luftfahrtverband IATA revidiert seine Finanzprognose für 2009
Die weltweite Finanzkrise wirkt sich dramatisch auf die Luftfahrtbranche aus: Die International Air Transport Association (IATA) hat Ende März ihre revidierte Finanzprognose für das Jahr 2009 veröffentlicht. Wurde im Dezember 2008 noch ein Verlust von 2,5 Milliarden US-Dollar für 2009 prognostiziert, rechnet die IATA im globalen Luftverkehr in diesem Jahr mit Verlusten in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar. Als Ursache gibt die IATA die rapide Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Die Verschuldung der Branche weltweit beträgt rund 170 Milliarden US-Dollar.
Der aktuellen Finanzprognose zufolge sinken die Umsätze im Luftfahrtsektor in diesem Jahr um 12 Prozent (63 Milliarden US-Dollar) auf 467 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Bei einem früheren Umsatzrückgang nach den Ereignissen des 11. September 2001 sanken die Umsätze in der Luftfahrtbranche in den Jahren 2000 bis 2002 um insgesamt 23 Milliarden US-Dollar (rund 7 Prozent). Die Umsätze betrugen im Jahr 2000 insgesamt 329 Milliarden US-Dollar. Bis 2002 gingen sie auf 306 Milliarden US-Dollar zurück.
Es wird erwartet, dass die Nachfrage in diesem Jahr weiter sinkt und das Passagieraufkommen insgesamt um 5,7 Prozent zurückgeht. Vor allem im Premium-Sektor wird mit massiven Einbrüchen gerechnet. Im Dezember 2008 rechnete die IATA noch mit einer um 3 Prozent geringeren Passagiernachfrage.
Die fallenden Treibstoffpreise verhindern noch höhere Verluste. Mit erwarteten 50 US-Dollar pro Barrel (Brent Oil) werden die Kosten für Kerosin rund 25 Prozent der operativen Kosten ausmachen (im Jahr 2008 waren es 32 Prozent bei durchschnittlich 99 US-Dollar pro Barrel). Zusammen mit der geringeren Nachfrage werden die Gesamtausgaben für Treibstoff auf 116 Milliarden US-Dollar fallen (im Jahr 2008 waren es 168 Milliarden US-Dollar).
Airlines im asiatisch-pazifische Raum werden der IATA zufolge am stärksten von den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen. Hier werden für 2009 Verluste in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar erwartet (bisher wurden 1,1 Milliarden US-Dollar prognostiziert). Die Fluggesellschaften in Nordamerika dagegen werden weltweit am besten abschneiden, die IATA erwartet in diesem Jahr für die US-Carrier einen Gewinn in Höhe von 100 Millionen US-Dollar. Die Airlines profitieren demnach von einer Kapazitätsanpassung und niedrigeren Treibstoffpreisen.
Für Europa erwartet die IATA im Jahr 2009 Verluste in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar. Auch für Lateinamerika und Afrika wird mit einem Minus von jeweils 600 Millionen US-Dollar gerechnet. Der Mittlere Osten ist der IATA zufolge die einzige Region mit einem Nachfrageplus im Jahr 2009, zugleich werden jedoch die Kapazitäten der Airlines stärker als benötigt erhöht. Deshalb sagt die IATA für die Region in diesem Jahr einen Verlust in Höhe von 900 Millionen US-Dollar voraus.
Der Luftfahrtverband IATA repräsentiert rund 230 Fluggesellschaften weltweit, die 93 Prozent des internationalen Luftverkehrs ausmachen.

Studie eröffnet Einblick in die Vorlieben von Geschäftsreisenden
Eine Ende März veröffentlichte Studie von British Airways ist den Vorlieben und Gewohnheiten von Geschäftsreisenden aus neun europäischen Ländern auf die Spur gegangen. Die Ergebnisse zeigen, dass New York und London die beliebtesten Ziele von Dienstreisen sind, geschäftlich bedingte Aufenthalte im Ausland durchaus beliebt sind und auch die Zeit zwischendurch gern genutzt wird, um die Stadt zu erkunden oder am Flughafen letzte Besorgungen zu machen.
Geschäftsreisen sind offenbar besonders beliebt, wenn sie ins Ausland führen. In fast keinem der insgesamt neun befragten Länder rangierte eine heimische Metropole in den Top 3 der Antworten. Nur die Niederländer und Franzosen sind von den Qualitäten ihrer Hauptstädte überzeugt und wählen Amsterdam beziehungsweise Paris unter die drei beliebtesten Städte für ihre Geschäftsreisen. Schweden und Italiener möchten zumindest innereuropäische Grenzen überschreiten und favorisieren London als Ziel ihrer Businesstrips.
Deutsche, Franzosen, Belgier, Schweizer und Skandinavier nennen New York als ihren liebsten Austragungsort für geschäftliche Meetings und Kongresse. Jeder vierte Deutsche hält New York für den besten Ort, um Geschäfte zu machen – gefolgt von Dubai mit 15%, London mit 9% sowie dicht dahinter Frankfurt (8%) und Hongkong (7%). Die Mainmetropole gewinnt zudem an internationaler Beliebtheit und liegt etwa bei den Italienern nach New York ganz weit vorne auf der Hitliste. Auch die Norweger schätzen Deutschlands Finanzhauptstadt als guten Business-Standort und belohnen dies mit einem vierten Platz. Europaweit sind New York, gefolgt von London, Paris, Dubai und Amsterdam die Hotspots für die reisenden Geschäftsleute.
Die besonderen Vorzüge von Geschäftsreisen werden länderübergreifend relativ einheitlich wahrgenommen: An erster Stelle steht die Möglichkeit, Geschäftliches auch mit privatem Vergnügen zu verbinden und während der Reisen neue Städte und dortige Locations kennenzulernen (durchschnittlich 60%). Rund zwei Drittel der Deutschen (60%), Niederländer (60%), Dänen (66%), Norweger (68%) und Italiener (66%) empfinden dies als die Besonderheit. Bei den Schweden sind es sogar 74 %. Darüber hinaus sehen 44% der Deutschen die Dienstreise auch als eine gute Gelegenheit, um einmal etwas Abstand von der täglichen Büroarbeit zu nehmen. Von den sonst so familienfreundlichen Italienern empfindet mehr als jeder Zehnte (13%) die gelegentliche Geschäftsreise auch als erfreulichen Grund für eine kleine Auszeit von der Familie.
Aber auch das Flugerlebnis selbst ist für durchschnittlich fast ein Drittel der befragten Europäer (28%) ein äußerst positiver Aspekt des dienstlichen Reisens.
Im europäischen Vergleich fällt auf, dass gerade Deutsche und Dänen die Zeit unterwegs besonders genießen. Gerade einmal 6% von ihnen gaben an, dass sie dienstlichen Reisen nichts abgewinnen könnten. Dem gegenüber stehen ein Viertel der Belgier (27%) sowie etwa ein Fünftel der Franzosen (20%) und Schweizer (19%), die sich überhaupt nicht über einen temporären Tapetenwechsel und über eine Unterbrechung im Arbeitsalltag freuen können.
Die Zeit vor dem Abflug wird nicht allein zum Arbeiten genutzt: Insgesamt überbrückt fast die Hälfte der Befragten (46%) die Wartezeit mit einem Besuch an der Bar. Aber auch die Shoppingmöglichkeiten an Flughäfen werden gerne zum Zeitvertreib genutzt. Dabei kaufen deutsche Geschäftsleute besonders gerne Parfums und Aftershaves (53%), gefolgt von Schokolade (38%), Zigaretten (35%) und Alkohol (31%).
Die Umfrage wurde im Auftrag von British Airways von YouGov durchgeführt. Befragungszeitraum war Dezember 2008 und Januar 2009. Insgesamt wurden 2.983 Passagiere in Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und der Schweiz befragt. Die Fragen wurden online von Fluggästen beantwortet, die in den vergangenen zwölf Monaten beruflich oder privat mit British Airways geflogen sind.

Hotelpreise fallen weltweit um 12%
Der durchschnittliche Preis weltweit für ein Hotelzimmer fiel dem Hotel Price Index (HPI) von Hotels.com zufolge Ende 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 12%. Im Dezember 2008 lagen Hotelpreise bei Werten, die über ein Zehntel niedriger als im Jahr zuvor ausfielen, wobei die Zimmerpreise im Vergleich zum Januar 2004 lediglich um 1% gestiegen sind.
Preise in Nordamerika waren am stärksten von dieser Entwicklung betroffen und fielen innerhalb des 4. Quartals 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 12%. Europäischen Hotels erging es etwas besser, doch gaben auch hier die Preise innerhalb des gleichen Zeitraums um 10% nach. In Lateinamerika und der Karibik fielen die Preise um 7%, während Hotelpreise in Asien nur um 2% sanken. Der Rückgang im asiatischen Raum ist der erste in dieser Region seit 2004.
Der neueste HPI berücksichtigt Hotelpreise innerhalb des Zeitraums von Oktober bis Dezember 2008 und stellt diese Vorjahreswerten gegenüber, die während des identischen Zeitraums zusammengetragen wurden. Er gibt Aufschluss über den tatsächlich bezahlten Preis für ein Hotelzimmer und baut auf tatsächlich von Gästen bezahlten Preisen in 68.000 Hotels an 12.500 Orten der Welt auf.

Benimm-Barometer: Wie verhalten sich europäische Gäste in Hotels?
Was passiert hinter den Türen der Hotelzimmer? Wie gut benehmen sich Reisende aus Europa in fremden Betten? Die Reise-Community TripAdvisor gab im März die Ergebnisse des europäischen „Benimm-Barometers“ bekannt und verrät, wie anständig und ordentlich die Hotelgäste aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Großbritannien wirklich sind.
Im Hotel angekommen, steht zunächst das Auspacken an. Hier beweisen 79% der Briten ihre feine englische Art und räumen den Inhalt der Koffer ordentlich in Schränke und Schubladen aus. Bei den Spaniern und Franzosen sind es jeweils 64%, die wie Musterreisende auspacken. Die Deutschen liegen mit 59% der Befragten vor den Italienern, bei denen nur 50% auspacken. Schließlich sparen 47% der Italiener die Auspackzeit lieber für andere Dinge und lassen ihre Reisegarderobe einfach im Koffer. 3% der deutschen und italienischen Gäste sowie 1% der Briten und Franzosen verstreuen ihre Garderobe auf dem Boden des Hotelzimmers.
Auch im Badezimmer schlägt das Benimm-Barometer positiv aus. Handtücher auf dem Fußboden? Das widerspricht vor allem der französischen Hotel-Etikette: 67% der französischen Hotelgäste geben an, ihr Handtuch immer aufzuhängen. Darauf folgen die Briten mit 61% und die Spanier mit 58%, die sich als fleißige Handtuchaufhänger an zweiter und dritter Stelle positionieren. Die Italiener liegen mit 50% vor den Deutschen, die mit 48% den letzten Platz belegen.
Wie weit der Trend zur Ordnung unter den europäischen Hotelgästen geht, beweist das Thema Bettenmachen: 44% der Briten können sich im Hotel nicht von ihren Morgenroutinen lösen und machen immer oder zumindest gelegentlich das Hotelbett. Hier liegen auch die Deutschen weit vorne und platzieren sich mit 41% der Befragten an zweiter Stelle der Bettenmacher. Immerhin verspüren auch 21% der Franzosen, 19% der Italiener und 12% der Spanier den Drang, die Hotellaken zur Freude des Hotelpersonals zu ordnen.
Insgesamt ist die Mehrheit der Reisenden bemüht, das Hotelzimmer nicht unordentlich zu hinterlassen: Für 88% der Briten und Franzosen, 87% der Spanier und 81% der Deutschen kommt es nicht in Frage, ein Chaos zurückzulassen. Nur bei den Italienern ist es mit 57% der Mehrheit der Befragten egal, wie es im Hotelzimmer aussieht, wenn sie die Tür hinter sich schließen.
Wie sieht es mit dem schlechten Benehmen der Hotelgäste aus? Hier fallen die Deutschen unangenehm auf, denn für sie zählt das Rauchverbot im Hotelzimmer am wenigsten. 40% geben zu, schon heimlich in Nichtraucher-Hotelzimmern gequalmt zu haben. Damit liegen die Deutschen deutlich vor den spanischen Rauchern, die mit 20% Platz zwei belegen. Die Franzosen folgen mit 14%, während bei den Italienern und Briten nur 12% die Glimmstängel auch im Hotelzimmer glühen lassen.
Doch dies ist nicht das einzige Vergehen europäischer Gäste in den Hotelzimmern der Welt. Wie die aktuelle TripAdvisor-Umfrage beweist, tritt so mancher Gegenstand aus dem Hotelzimmer mit dem Gast gemeinsam die Rückreise an. Während anständige 49% der Deutschen angeben, noch nie etwas aus einem Hotelzimmer gestohlen zu haben, geben sich 51% als Hoteldiebe zu erkennen. Besonders beliebt sind bei den Deutschen die Slipper (22%), gefolgt von Handtüchern (15%) und Waschlappen (6%). Die anderen Prozente verteilen sich auf Bademäntel, Geschirr, Besteck, Gläser und sogar Radiowecker, die sich bereits in den einen oder anderen Koffer verirrt haben. Die längsten Finger machen in Hotels die Italiener, von denen 59% Diebstahl gestehen, gefolgt von den Spaniern mit geständigen 54%.
Neben dem Nervenkitzel beim Diebstahl sorgt in vielen Hotelzimmern noch so manch anderes für Spannung: 22% der Deutschen vergnügen sich auf dem Hotelzimmer gerne mal mit Erwachsenenunterhaltung im TV. Damit liegen sie im europäischen Vergleich vorn, gefolgt von den Briten mit 20%, den Franzosen mit 19%, den Spaniern mit 17% und den Italienern mit 14%. Zudem scheint es häufiger Umstände zu geben, die dazu führen, dass immerhin 26% der Italiener, 22% der Spanier und 21% der Briten ihre Unterwäsche schon mal im Hotelzimmer vergessen haben. Bei den Franzosen und Deutschen haben dagegen nur 15% und 14% der Befragten „Höschen-Verluste“ zu berichten.

US-Wirtschaft schränkt Reisen ein
Die weltweite Wirtschaftskrise schlägt sich immer deutlicher im Geschäftsreise-Management der Unternehmen nieder. Doch sie zeigt ein unterschiedliches Erscheinungsbild bei europäischen und US-amerikanischen Unternehmen. In Europa berichten bislang 42 Prozent der Reisestellen, dass die Krise auch in ihrem Arbeitsbereich angekommen sei. In den USA dagegen schlagen die wirtschaftlichen Probleme bereits bei 63 Prozent der Unternehmen auf das Travel Management durch. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von 544 Travel Managern, die AirPlus Mitte Februar 2009 in den USA und acht wichtigen europäischen Geschäftsreisemärkten durchgeführt hat.
So unterschiedlich wie die Betroffenheit ist, sind auch die Konsequenzen daraus. In Europa setzen die Unternehmen zuerst auf direkte Kosteneinsparungen durch günstigere Hotels und Flüge: Sie streichen erst danach beim Reiseaufkommen. In den USA ist die Reaktion umgekehrt: Die Unternehmen sparen zuerst, indem sie die Reisetätigkeit zurückfahren, und denken im zweiten Schritt an günstigere Konditionen.

Wirtschaftskrise trifft Gastgewerbe
Hotellerie und Gastronomie in Deutschland setzten 2008 nominal 0,1 Prozent mehr um als im Vorjahr, real schlug ein Minus von 2,5 Prozent zu Buche. Das teilte das Statistische Bundesamt am 17. Februar mit. Vor allem im vierten Quartal rutschten die Umsätze in den Keller. Im Dezember 2008 sank der Umsatz um nominal 3,7 und real um 6,2 Prozent. Das sind die schlechtesten Werte seit sechs Jahren.
"Die Prognosen für das laufende Jahr lassen nichts Gutes erwarten", so Ernst Fischer, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband). "Vor allem das Veranstaltungsgeschäft und der Geschäftsreisetourismus leiden unter der Krise." Schnitt die Hotellerie in der Vergangenheit immer besser ab als die Gastronomie, lagen ihre Ergebnisse von Oktober bis Dezember 2008 unter dem Branchenschnitt. Aber auch in vielen Betrieben der Gastronomie gaben die Gäste in den letzten Monaten des Jahres weniger aus als im Vorjahreszeitraum. "Die Betriebe, die in nennenswertem Umfang von Tagungen und Geschäftsessen abhängig sind, trifft die Krise besonders hart", so der DEHOGA-Präsident weiter. Der Sparkurs der Firmen mache sich bemerkbar.
Insgesamt lag der nominale Umsatz 2008 in den Restaurants, Bars und Kneipen um 0,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, preisbereinigt waren 3,2 Prozent weniger in der Kasse. Das Beherbergungsgewerbe vermeldete für 2008 ein leichtes nominales Plus von 0,8 Prozent (real -2,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

Amadeus/EIU-Studie: Ära der Sparsamkeit im Geschäftsreisemarkt
Führungskräfte weltweit werden im Jahr 2009 weniger, kürzere und billigere Geschäftsreisen unternehmen als bisher. Sie achten darauf, dass Hotels gewisse Standards erfüllen und guten Service bieten – zusätzliche Angebote haben keine Priorität. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie des britischen Marktforschungsinstituts Economist Intelligence Unit im Auftrag von Amadeus, deren Ergebnisse Anfang Februar veröffentlich wurden.
7 Prozent der befragten Führungskräfte werden in den kommenden zwölf Monaten weniger reisen, mehr als ein Viertel (28 Prozent) erwartet, auf 4- und 5-Sterne-Hotels verzichten zu müssen. Außerdem vermuten 63 Prozent der Befragten, dass ihr Unternehmen den wirtschaftlichen Abschwung nutzt, um möglichst gute Zimmerpreise auszuhandeln. 61 Prozent der Führungskräfte sagen, eine vertraute Marke mit konstantem Serviceniveau für alle Standorte sei 2009 ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Hotelwahl. Ein Internetanschluss ist für mehr Geschäftsreisende unverzichtbar (76 Prozent der Befragten) als ein ruhiges Zimmer (56 Prozent), gute Verkehrsverbindungen (54 Prozent) oder eine zentrale Lage (52 Prozent).
Die Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass Geschäftsreisende den Wert eines Hotels nach dem Preis sowie nach garantiert konstantem Serviceniveau und konstanter Effizienz bemessen. Die Befragten nannten die Möglichkeit, flexibel umzubuchen (68 Prozent), reibungslose Check-in- und Check-out-Prozesse (64 Prozent) und die rasche Lösung von Problemen (59 Prozent) als wichtigste Indikatoren für guten Service. Fast ein Drittel (29 Prozent) wissen es zudem zu schätzen, wenn Hotels sich an ihre Wünsche erinnern.
„Was Geschäftsreisen betrifft, so hat eine Ära sichtbarer Sparsamkeit begonnen“, kommentiert Antoine Medawar, Managing Director der Amadeus Hospitality Business Group, die Ergebnisse. „Führungskräfte stehen unter verstärkter Kontrolle durch ihre Unternehmen und deren Gesellschafter und achten daher sehr darauf, ihre Geschäftsreisen möglichst produktiv zu gestalten.“
Die Untersuchung mit dem Titel „Der sparsame Reisende. Wie sich Kürzungen des Reisebudgets auf Hotels auswirken“ untersucht das Reiseverhalten von Führungskräften im beginnenden wirtschaftlichen Abschwung. Befragt wurden 354 Manager aus Europa, Asien und Nordamerika. Die komplette Studie kann unter www.amadeus.com/de/austere_traveller.html heruntergeladen werden.

HRG-Studie: Hotelaufenthaltsdauer von Geschäftsreisenden sinkt
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Geschäftsreisenden in Hotels betrug 2008 nur noch 1,5 Nächte, das geht aus der aktuellen HRG-Hotelstudie hervor. 2007 betrug die Aufenthaltsdauer noch 1,9 Nächte. Viele Unternehmen buchten im vergangenen Jahr eine günstigere Hotelkategorie als 2007.
Wie HRG festgestellt hat, ist es den Hotels gelungen, ihre Preise – global gesehen – stabil zu halten. Sie haben nicht, wie beispielsweise nach den Terroranschlägen 2001 in den USA, die Preise gesenkt, sondern schließen bei stabilem Preisniveau beispielsweise kostenloses Parken oder freien WLAN-Zugang ein. Zugeständnisse habe es bei Messepreisen gegeben, so der Geschäftsreisedienstleister.
Im Ranking der weltweit teuersten Hotelstädte führt weiterhin Moskau, gefolgt von New York, Paris, Mumbai und Abu Dhabi. In Dubai sind die Preise erstmals seit vielen Jahren gefallen, weil viele Hotels neu eröffnet wurden und das Angebot größer war als die Nachfrage. Hotelaufenthalte in Deutschland sind nach wie vor relativ günstig. Frankfurt liegt auf Platz 15, München und Berlin kommen auf die Plätze 22 und 31. 

DFS: Anteil der Billigflüge steigt stark an
Die DFS Deutsche Flugsicherung verzeichnet seit Oktober eine rückläufige Entwicklung bei den Verkehrszahlen. Im vierten Quartal wurden 4,7 Prozent weniger Starts, Landungen und Überflüge kontrolliert als im Vorjahr. Zugleich stieg der Anteil der Billigflüge der so genannten Low Cost Carrier. Sie machen etwa ein Viertel aller Flugbewegungen aus.
In der ersten Jahreshälfte hatte die DFS noch vier Prozent mehr Flüge kontrolliert als in der gleichen Zeitspanne des Vorjahres. Im dritten Quartal ging der Zuwachs auf 1,1 Prozent zurück. Seit Oktober 2008 zeigt sich bei den Verkehrszahlen ein rückläufiger Trend: Im Oktober 2008 verzeichnete die DFS gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang um 0,4 Prozent. Im November wurden 6,9 Prozent weniger Flüge gezählt als im Vorjahresmonat, im Dezember betrug das Minus 7,5 Prozent.
Während die Zahl der Flüge zurückgeht, nimmt der Anteil der Low Cost Airlines weiter zu. Einer Auswertung der DFS zufolge machen sie inzwischen 25,8 Prozent aller Flugbewegungen aus. 2001 entfielen noch weniger als fünf Prozent aller Flugbewegungen auf Low Cost Airlines. Damit hat sich der Anteil der Billigflüge seit Beginn des neuen Jahrtausends mehr als verfünffacht.

VDR: Weniger Geschäftsreisen in Deutschland
Die Finanzkrise wirkt sich mittlerweile auch massiv auf das Geschäftsreiseverhalten der deutschen Wirtschaft aus. Hatten in einer Umfrage des Verbands Deutsches Reisemanagement (VDR) im Oktober 2008 nur 14% angegeben, dass alle nicht unbedingt notwendigen Reisen gestrichen sind, so schnellte der Anteil im Januar auf 32%. Und meldete vor einem Vierteljahr noch knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer (49%) unverändertes Reiseverhalten, so stürzte der Wert jetzt auf ein Fünftel (22%) ab. Lediglich 2% trotzen der Krise durch mehr Mobilität.
„Geschäftsreisen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Erfolgs moderner Unternehmen“, konstatiert Michael Kirnberger, Präsident des VDR. „Ob Geschäftsanbahnung, Messebesuch, Vertragsverhandlung oder sonstiger wichtiger Anlass – eine Beschränkung direkter Kundenkontakte wirkt sich ähnlich verheerend aus wie eine Kreditklemme. Um den verhängnisvollen Trend zu stoppen, sind Leistungsanbieter und Staat in der Pflicht: Wenn die Wirtschaft Gas geben soll, brauchen wir jetzt grünes Licht für faire Angebote und kostendämpfende Rahmenbedingungen.“
Auch volkswirtschaftlich trügen Geschäftsreisen erheblich zur Wertschöpfung bei, so Michael Kirnberger. 2007 habe es in Deutschland laut VDR-Untersuchungen knapp 160 Millionen Geschäftsreisen im Wert von annähernd 50 Milliarden Euro gegeben. Ein Rückgang von 10% entzöge dem Wirtschaftskreislauf rund 5 Milliarden Euro, was sich direkt auf Arbeitsplätze und lokale Nachfrage auswirken würde.
Die Umfrage wurde Mitte Januar unter 548 Firmenmitgliedern des VDR durchgeführt, die zusammengenommen einen Gesamtumsatz im Geschäftsreisebereich von jährlich mehr als zehn Milliarden Euro generieren. An der Umfrage beteiligten sich 199 Unternehmen.