Studien 2008

Hotel Preis Index: Norwegen ist teuerstes Reiseziel Europas
Im Ranking der europäischen Destinationen mit den höchsten Hotelpreisen musste Großbritannien den ersten Platz für Norwegen räumen und wurde auf den vierten Platz verdrängt. Das ist eines der Ergebnisse des aktuellen Hotel Preis Index (HPI) von Hotels.com, der die Entwicklung der weltweiten Hotelpreise für das 3. Quartal 2008 analysierte. Demzufolge zahlten Hotelgäste in den Sommermonaten in Norwegen mit durchschnittlich 149 Euro pro Zimmer und Nacht den höchsten Hotelzimmerpreis aller analysierten Länder Europas. Der durchschnittliche Hotelpreis in Deutschland betrug während des Untersuchungszeitraums 101 Euro und stieg damit um einen Prozent im Jahresvergleich an. Damit liegt Deutschland auf Platz 14 der 19 analysierten Länder Europas.
Zu verdanken hat Großbritannien den Verlust des ersten Platzes aber nicht einem starken Anstieg der norwegischen Hotelpreise, sondern der eigenen wirtschaftlichen Flaute und einem daraus resultierenden Rückgang der Hotelpreise im Inland um satte 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 128 Euro pro Zimmer und Nacht belegten die Briten während des Untersuchungszeitraums lediglich Platz vier des Rankings. Auf dem Treppchen stehen neben Norwegen noch die Schweiz (147 Euro) und Dänemark (144 Euro). Schlusslicht der analysierten europäischen Länder ist die Tschechische Republik. Mit einem durchschnittlichen Übernachtungspreis von 84 Euro pro Zimmer schliefen Hotelgäste während des Untersuchungszeitraums hier am günstigsten. Auch in Ungarn und Polen war der Hotelaufenthalt im Sommer preiswert, mit Durchschnittspreisen von 88 Euro sowie 97 Euro. Österreich lag im Mittelfeld, hier wurden Reisende mit durchschnittlich 112 Euro pro Nacht für ihr Hotelbett zur Kasse gebeten. Deutschland platzierte sich im unteren Drittel des Rankings.
Mit einem leichten Preisanstieg von lediglich einem Prozent und einem Durchschnittspreis von 101 Euro pro Hotelzimmer und Nacht zahlten Reisende in Deutschland zwischen Juli und September innerhalb der drei deutschsprachigen Länder am wenigsten. Die höchsten Hotelpreise während des Untersuchungszeitraums wurden hierzulande in Frankfurt am Main und Köln gezahlt, mit je 119 Euro pro Zimmer und Nacht. Platz zwei und drei des deutschen Preisrankings belegen München sowie Stuttgart und Hannover mit 116 Euro beziehungsweise 109 Euro. Köln und Hannover verzeichnen gleichzeitig den deutlichsten Anstieg der Hotelpreise mit 14 Prozent, während Düsseldorf mit einem Minus von zwölf Prozent auf einen Durchschnittspreis von 105 Euro den stärksten Preisrückgang zeigte. Berliner Hotels gehörten weiterhin zu den günstigsten in Deutschland. Besucher der Hauptstadt zahlten während des Untersuchungszeitraums für ihre Hotelübernachtungen im Durchschnitt 93 Euro, ebenso in Bremen. Lediglich in Leipzig und Dresden waren Hotelübernachtungen noch günstiger mit 84 beziehungsweise 81 Euro pro Zimmer und Nacht. 

Barig-Umfrage unter Top-Managern von Airlines
Die Luftfahrtbranche befindet sich gegenwärtig nicht in einer Krise, sondern in einem Zyklus. Dieser Auffassung sind etwa zwei Drittel der über 80 in Deutschland vertretenen Top-Manager von Passagier- und Fracht-Airlines sowie Airports aus mehr als 20 Ländern, die in der Aviation-Studie 2008/2009 der Unternehmerberatung Droege & Comp. in Kooperation mit dem Airline-Verband Barig e.V. befragt wurden. Teilergebnisse wurden Anfang Dezember veröffentlicht.
Über die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass eine breit gefächerte, drastische Preissteigerung nicht unbedingt erfolgen muss, um die Luftfahrt nachhaltig profitabel zu gestalten. Steigende Treibstoffkosten können nicht in ausreichender Form an die Kunden weitergegeben werden – das ist die einhellige Meinung von über 60 Prozent der Interviewten. Konsolidierung ist für 75 Prozent die Lösung sowohl innerhalb der Netzwerk-Carrier als auch im Low-Cost-Bereich. So könne einem Einbruch der Nachfrage und steigenden Kosten erfolgreich entgegengewirkt werden. Die durch die gegenwärtige Konsolidierung in Gang gekommene Marktbereinigung erlaube den Airlines, die Preise in ausreichendem Maße zu erhöhen und so die Erträge zu stabilisieren.
Weiterhin rechnen rund 70 Prozent der Befragten mit einem Rückgang der Flottenbestellungen sowie zusätzlichen Auftragsstornierungen 2009. Mehr als 80 Prozent sagen, dass die neuesten Flugzeugbestellungen dazu benutzt werden, um ältere Fluggeräte auszumustern anstatt Kapazitäten auszubauen.
Die Konzentration auf das Kerngeschäft entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist für die Mehrheit der Aviation-Manager von steigender Bedeutung. Im Bereich der Netzwerk-Airlines streben mehr als 80 Prozent eine Anpassung der Wertschöpfungstiefe vor allem im Bereich des Bodenpersonals an. Bei den Flughafenbetreibern wird eine Reduzierung der Wertschöpfungstiefe insbesondere im Bereich der Bodenverkehrsdienste erwartet. Zukünftige Kostensenkungsmaßnahmen im Passagierverkehr stehen bei rund 85 Prozent der Interviewten im Bereich Einkauf im Plan, noch vor der Reduzierung der Personalkosten. Knapp 80 Prozent nehmen zudem die Treibstoffpreise sowie das Netzwerk-Management, wie Streichung von Routen oder Parken von Flugzeugen, ins Visier.
Auch die Flughäfen werden zunehmend mit weiteren Forderungen nach Kostensenkungen konfrontiert. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit zusätzliche Kosteneinsparungen unbedingt erforderlich seien. Weitere 65 Prozent erwarten, dass angesichts der wirtschaftlichen Situation der Airlines die Flughäfen gezwungen werden, mit einer Änderung ihrer Preismodelle auf die Branchenentwicklung zu reagieren. Etwa drei Viertel der Luftfahrtexperten stimmen überein, dass Flughäfen zunehmend Ertragsquellen außerhalb des Aviation-Geschäftes suchen werden. Darüber hinaus meint über die Hälfte, dass Flughafenbetreiber künftig verstärkt Premiumleistungen für Fluggäste, wie VIP-Services zum Flugzeug oder First Class Lounges, anbieten werden.
Die Genehmigungsprozesse für den Ausbau von Luftfahrtinfrastruktur innerhalb Europas müssen beschleunigt werden, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können – darüber sind sich über 90 Prozent der Experten einig. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der schnell wachsenden Kapazitäten im Mittleren Osten zu sehen. Ebenfalls meinen fast 90 Prozent, dass ein allein auf den europäischen Raum beschränkter Emissionshandel erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Airlines haben wird. Gerade im Hinblick auf die Konkurrenz aus dem Nahen Osten beklagen 80 Prozent, dass durch die bestehende Gesetzeslage in Europa die Prozesse zusätzlich verkompliziert werden. Airlines aus dem Nahen Osten hätten hier einen deutlichen Wettbewerbsvorteil.
Zudem sollten bestimmte Sicherheitsmaßnahmen, wie Restriktionen zur Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck, gelockert und die Zulassung moderner Röntgengeräte zur verbesserten Erkennung von Laptops und Flüssigkeiten forciert werden.
Trotz der aktuellen Wirtschaftslage strahlt die Luftfahrtbranche große Zuversicht für die mittel- und langfristige Zukunft aus und prognostiziert ein Wachstum von durchschnittlich fünf bis sechs Prozent pro Jahr.

American Express Business Travel Monitor: Flug- und Hotelpreise auf Talfahrt
Die Übernachtungspreise in Städten wie London, Paris oder Rom geben deutlich nach. Dies geht aus dem neuen "American Express Business Travel Monitor" hervor, der Flug- und Hotelpreise in Europa, dem Nahen Osten und Afrika analysiert und der Ende September veröffentlicht wurde. In 41 von 48 Städten, deren Hotelpreise American Express ausgewertet hat, stieg der Preis pro Übernachtung zwischen Januar und März im Schnitt noch um 6,9 Prozent im Einjahresvergleich. In der anschließenden Dreimonatsperiode lagen die Preise bereits 3,6 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresquartal. Paris erlebte den größten Preissturz (-37 Prozent). Auch in Rom ermäßigten sich Übernachtungen um rund ein Drittel.
Die Finanzkrise ließ die Hotelpreise in Frankfurt, Genf, London und Edinburgh sowie Paris sinken. Die britische Hauptstadt erlebte nach einem leichten Preisanstieg im ersten Quartal einen Rückgang um 7,7 Prozent im zweiten Quartal 2008. Höhere Preise konnten dagegen Hotels an Industriestandorten durchsetzen. In Deutschland waren dies Hotels in Düsseldorf, Köln und Hannover. Im norwegischen Stavanger verteuerten sich Übernachtungen um 26,3 Prozent - Rekordwert in Europa.
Die Ticketpreise in der Economy-Klasse zogen im ersten Quartal 2008 aufgrund des teuren Kerosins um 7,1 Prozent an. Treibstoffintensive Flüge nach Südamerika und in die Karibik verteuerten sich sogar um 29,2 Prozent, Reisen nach Nordamerika um 15,5 Prozent. Dagegen blieben die Preise für Flüge innerhalb Europas sowie Inlandsflüge weitgehend stabil. Ausgelöst durch eine niedrigere Nachfrage nach Flugtickets in der Economy-Klasse gab es im zweiten Quartal eine Trendwende: Gegenüber dem vorhergehenden Vierteljahr ermäßigten sich die Preise um 12,5 Prozent; betroffen waren Inlandsflüge mit Abschlägen von 11,5 Prozent, Kurzstrecken (-11,7 Prozent) und Langstrecken nach Südamerika und in die Karibik (-26,6 Prozent). In den Segmenten oberhalb der Economy-Klasse waren die Preisveränderungen weitaus geringer.

Carlson Wagonlit Travel veröffentlicht CWT Geschäftsreisebarometer 2008
Carlson Wagonlit Travel (CWT) hat im September das „Geschäftsreisebarometer 2008“ vorgelegt. Die Kernerkenntnisse der Studie:
·        Das Menschliche geht vor. Technik wird als Hilfsmittel verstanden, ersetzt aber nicht den persönlichen Kontakt.
·        Reisende fühlen sich auf Geschäftsreisen generell sicher. Dennoch können Unternehmen noch aktiver werden bei der Aufklärung über Sicherheitsfragen.
·        Ein bewussteres Reisen setzt ein. Die Trends heißen: Video statt Reise und Bahn statt Flug. Das freiwillige Engagement zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes steht jedoch noch am Anfang. Der Mittelstand zeigt sich hier jedoch besonders aktiv.
·        Reisende und Travel Manager/Travel Arranger erwarten in Zukunft mehr Reisen sowie eine stärkere Automatisierung. Dennoch bleibt Service weiterhin stark nachgefragt.
Geschäftsreisen beeinträchtigen die Life-Work-Balance der Reisenden. Vor allem Reisende, die mehr als 50-mal im Jahr unterwegs sind, sehen darin eine Belastung. Travel Manager und Travel Arranger schätzen den negativen Einfluss von Geschäftsreisen auf die Life-Work-Balance von Reisenden sogar höher ein als die Betroffenen selbst (54 Prozent der Travel Manager/Travel Arranger sehen eine starke oder vermehrte Beeinflussung, aber nur 42 Prozent der Reisenden). 21 Prozent der Reisenden haben nicht den Eindruck, dass die Reiserichtlinien der Unternehmen ihre Life-Work-Balance überhaupt berücksichtigen. Dies sehen jedoch nur 10 Prozent der Travel Manager/Travel Arranger so. Die Diskrepanz lässt den Schluss zu, dass die Reiserichtlinien nicht immer im Detail bekannt sind.
Lange Wartezeiten, Verspätungen an Flughäfen und störende Mitreisende sind für Reisende die drei Top-Ärgernisse auf Reisen. Dies sehen auch die Travel Manager/Travel Arranger ganz ähnlich. Auf der anderen Seite tragen Kundenservice der Leistungsträger, Zeitersparnis durch E-Tickets und elektronische Check-ins sowie ein guter persönlicher Kontakt zu Geschäftspartnern entschieden dazu bei, Reisen angenehmer zu gestalten.
Über die Hälfte der Geschäftsreisenden bewertet ihre Reisen meist als nicht riskant: 55 Prozent der Befragten sehen gar kein oder nur ein geringes Risiko. Dies hängt jedoch stark vom Zielgebiet ab: Reisen in den Nahen Osten, nach Afrika, nach Südamerika und in den Raum Asien-Pazifik verursachen eher Sicherheitsbedenken als Reisen nach Nordamerika und innerhalb Europas. Eine auffällige Diskrepanz ergibt sich hier zwischen den Einschätzungen der Travel Manager/Travel Arranger und denen der Reisenden selbst: 64 Prozent der Travel Manager/Travel Arranger gaben an, dass sich ihr Unternehmen stark, vermehrt oder mäßig für die Sicherheit ihrer Reisenden einsetzt; das bestätigten jedoch nur 36 Prozent der Reisenden. Die Diskrepanz in der Wahrnehmung lässt auf ein Kommunikationsproblem schließen.
Die CWT-Befragung zeigt auch unterschiedliche Einschätzungen im Hinblick auf die erhöhten Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen: Reisende empfinden diese als überflüssig und lästig: 40 Prozent der Reisenden sehen dies so, aber nur 26 Prozent der Travel Manager/Travel Arranger. Einigkeit herrscht in der Auffassung von den befragten Reisenden und Travel Managern/Travel Arrangern bei der Frage, wie stark der Eingriff in die Privatsphäre von Reisenden ist, wenn biometrische Daten erhoben werden, die der Speicherung im Reisepass dienen. Beide Gruppen sehen einen relativ starken Eingriff, wobei die Travel Manager/Travel Arranger diesen sogar als noch stärker empfinden als die Reisenden selbst.
54 Prozent der befragten Travel Manager/Travel Arranger und 49 Prozent der Reisenden antworteten, dass ihr Unternehmen nationale Projekte zur ökologischen Nachhaltigkeit unterstützt. Weitere 18 Prozent der Travel Manager/Travel Arranger und Reisenden sagen, dass das Thema zunehmend wichtiger wird. Gerade die national tätigen Unternehmen engagieren sich besonders stark: 88 Prozent der Travel Manager/Travel Arranger von national tätigen Unternehmen sagen, dass ihr Unternehmen ein nationales Projekt im Bereich ökologische Nachhaltigkeit unterstützt. Bei der Frage nach der Unterstützung von spezifischen Umweltschutzprojekten zur CO2-Reduzierung, zeigt sich, dass solche Projekte bei vielen Firmen geplant, aber häufig noch nicht konkretisiert sind. Wenn sich ein Unternehmen engagiert, geschieht es in Form eines konkreten Projekts zum CO2-Ausgleich – dies gaben 18 Prozent der Travel Manager an. Umweltzertifikate zum CO2-Ausgleich werden kaum gekauft.
Verstärkt werden Videokonferenzen eingesetzt und auf Kurzstrecken die Bahn anstelle des Flugzeugs genutzt. Insbesondere ersetzen Videokonferenzen nach Angaben beider Gruppen bei internen internationalen Meetings das persönliche Treffen. Bei externen Meetings wird dagegen weiterhin stark auf den persönlichen Kontakt gesetzt.
Reisende wie auch Travel Manager/Travel Arranger erwarten in der Zukunft, dass die Mobilität aufgrund der zunehmenden Globalisierung weiter steigt und de facto alle Buchungen online getätigt werden. Gleichzeitig bleibt persönlicher Service stark gefragt. Beide befragten Gruppen schätzen auch eine weitere Entwicklung ähnlich ein: Umweltbewussteres Reisen und hochtechnologisierte Sicherheitsmaßnahmen beim Check-in werden demnach eine größere Rolle spielen.
Für das „CWT Geschäftsreisebarometer 2008“ hat Carlson Wagonlit Travel in Zusammenarbeit mit der DAA Wirtschaftsakademie Düsseldorf im Mai 306 Geschäftsreisende sowie 60 Travel Arranger und 57 Travel Manager in Deutschland befragt. Teilnehmer der Online-Umfrage mit dreiwöchiger Laufzeit waren sowohl Kunden von CWT als auch Nicht-Kunden sowie Unternehmen aller Branchen und Größen. Die Studie ist auf www.carlsonwagonlit.de unter dem Menüpunkt CWT News & Media/CWT Studien & White Paper erhältlich.

Fachhochschule untersucht Verhalten von Geschäftsreisenden
Schulungen, Seminare und Fortbildungen sind der bei weitem dominierende Reiseanlass deutscher Geschäftsreisender, das ergab eine repräsentative Studie der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef/Bonn in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut infas. Dieser Reiseanlass kommt auf einen Anteil von 45 Prozent, danach folgen mit 31 Prozent Geschäftsreisegründe wie Verkaufsgespräche, Kundenbesuche, Außendienst und Vertreterbesuche.
Während für Schulungsteilnehmer die Reise erheblich zur Steigerung des Selbstwertgefühls beiträgt, beurteilen die Geschäftsreisenden aus anderen Anlässen ihre Reisetätigkeit weniger euphorisch und empfinden sie eher als anstrengend und belastend. Gemeinsam ist beiden Gruppen die Erwartung, dass ihre geschäftliche Reisetätigkeit wesentlich zum beruflichen Erfolg beiträgt. Dies geben insgesamt 85 Prozent der Geschäftsreisenden an.
Die Studie hat außerdem ergeben, dass rund 80 Prozent der Geschäftsreisenden an der Auswahl des Hotels, der Mietwagenfirma oder der Airline unmittelbar beteiligt sind. In einem Viertel der Fälle werden sie dabei von der Sekretärin oder der Assistentin unterstützt. Nur drei Prozent der Reisenden wählen das Hotel oder die Mietwagenfirma gemeinsam mit einem Reisebüro aus, demgegenüber tun dies jedoch fünfzehn Prozent der Reisenden bei der Airline-Auswahl. Insgesamt stellte sich heraus, dass lediglich rund ein Fünftel der Reisenden an der Auswahl der Leistungsträger nicht beteiligt ist.
Weiter zeigt die Untersuchung, dass nicht das Unternehmen, für das der Geschäftsreisende unterwegs ist, über die Ausgestaltung der Reise entscheidet, sondern der Reisende selbst. Er gibt auch im Rahmen von Reiserichtlinien und Firmenvorgaben seine Entscheidungshoheit keineswegs aus der Hand. Zu wichtig ist die gewählte Fluggesellschaft oder das Hotel für das persönliche Wohlbefinden und damit auch für Leistungsmotivation und -bereitschaft.
Die Studie ermittelte unter anderem, dass 37 Prozent der Geschäftsreisenden älter als 50 Jahre sind. Die über 40-Jährigen machen sogar 77 Prozent der Geschäftsreisenden aus.
Die Untersuchung mit dem Titel "Geschäftsreisende 2008 - Strukturen, Einstellungen, Verhalten" erschien Ende August und beleuchtet Einstellungen, Verhalten und aktuelle Strukturen der Geschäftsreisenden und des Marktes aus Sicht der Reisenden. Im Rahmen der Studie wurden im Februar und März 2008 deutschlandweit rund 15.000 zufällig ausgewählte Haushalte kontaktiert und 1.004 Telefoninterviews mit deutschen Geschäftsreisenden durchgeführt.

Amex Trendbarometer 2008: Gedämpfte Stimmung in Hotellerie und Gastronomie
Die Stimmung in der europäischen Hotellerie und Gastronomie hat sich im Zuge der wirtschaftlichen Eintrübung insgesamt leicht verschlechtert. Die Euphorie des vergangenen Aufschwungjahres ist verflogen. Um dem Abschwung entgegenzuwirken, setzt die Branche unter anderem auf Vergünstigungen und Mehrarbeit. Dies ergab das American Express Trendbarometer 2008, dessen Ergebnisse Ende August veröffentlicht wurden.
Im Länderdurchschnitt sind 68 Prozent der europäischen Hotel- und Restaurantmanager für die kommenden zwölf Monate optimistisch. 2007 waren es noch gut drei Viertel. Die Befragten teilen sich in zwei Lager auf: Den Deutschen (72 Prozent) und Italienern (73 Prozent) stehen die weniger zuversichtlichen Spanier (62 Prozent), Briten (67 Prozent) und Franzosen (68 Prozent) gegenüber. Für 31 Prozent der Restaurantmanager und 39 Prozent der Hotelmanager stellt der hohe Wettbewerbsdruck die größte Herausforderung dar. Die Energiekosten bewertet hingegen lediglich 1 Prozent als signifikante Belastung für das eigene Geschäft.
Mehr als 60 Prozent der Branchenvertreter haben die Preise im vergangenen Jahr nicht oder nur um 1 bis 5 Prozent erhöht. Auch bei Steuererhöhungen trägt mehr als die Hälfte der Hotels und Restaurants so viele Kosten wie möglich selbst und gibt nur bedeutende steuerliche Veränderungen an die Kunden weiter. Die Gäste werden künftig nach Meinung der europäischen Hotel- und Restaurantmanager vor allem großen Wert auf zuvorkommenden (67 Prozent) und freundlichen (58 Prozent) Service sowie die Erfüllung individueller Wünsche (62 Prozent) legen.
Viele Hoteliers und Gastronomen in Europa haben für den Abschwung bereits Maßnahmen parat: 29 Prozent der Hotels und 18 Prozent der Restaurants planen Preisnachlässe. Jeder dritte Hotelier und fast jeder zweite Gastronom stellt sich auf Mehrarbeit ein. Doch auch hier gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern: Während fast jeder zweite Hotelier und Gastronom in Italien mit Überstunden rechnet, ist es in Deutschland nur knapp jeder dritte. Dafür bieten die deutschen Hoteliers und Gastronomen eher Sonderkonditionen an (27 Prozent) als die italienischen (17 Prozent). Die wichtigsten Ziele der Hoteliers und Gastronomen für das kommende Jahr sind die Vergrößerung des Kundenstamms sowie Kosteneinsparungen. Sechs von zehn Hoteliers und Gastronomen planen, den Umsatz mit bestehenden Kunden auszubauen.
Insgesamt wurden 300 verantwortliche Manager aus dem Hotel- und Restaurantgewerbe in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien zu den Trends und Entwicklungen befragt. In die Studie einbezogen wurden Hotels, deren Jahresumsatz mindestens 1 Million Euro beträgt und Restaurants, die 200.000 Euro und mehr pro Jahr umsetzen. Durchgeführt wurde die jährliche Studie von Loudhouse Research im Auftrag von American Express.

Meeting- & EventBarometer 2008: Nachfrage nach Veranstaltungen steigt
Im Jahr 2007 wurden in Deutschland rund 10 Millionen Übernachtungen aus den Besuchen von Kongressen, Tagungen und Konferenzen generiert. Das ist eines der Ergebnisse des „Meeting- & EventBarometer 2008“ des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft (EITW) an der Hochschule Harz im Auftrag des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC), der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und des German Convention Bureau (GCB).
Das Barometer verzeichnet 6% mehr Veranstaltungen und 8% mehr Teilnehmer als 2007. Die Anzahl von Meetings mit 20 bis 50 Teilnehmern nimmt deutlich ab. Die Anzahl von Tagungen und Kongressen insbesondere im Bereich 250 bis 1.000 Teilnehmer nimmt hingegen klar zu. Experten schätzen, dass die Zahl der Inhouse-Veranstaltungen in den Unternehmen noch weiter zunehmen wird. Im Business-Mix verzeichnen Kultur- und Unterhaltungs-Events mit 3,8% die höchste Steigerungsrate im Vergleich zum Vorjahr.
Wirtschaftliche Veranstaltungen finden zu 58,4% in Großstädten mit über 500.000 Einwohnern statt. Für wissenschaftliche Veranstaltungen werden Städte von 100.000 bis 500.000 Einwohnern gewählt – oftmals Universitätsstädte. 83% der befragten Experten bescheinigen Deutschland ein immer besser werdendes Image als Tagungs- und Veranstaltungsdestination; das entspricht einem Plus von 11,4% im Vergleich zu 2007.
Virtuelle Kommunikationsmöglichkeiten werden persönliche Kontakte nicht ersetzen, darin sind sich 91,5% der befragten Experten einig. Auch in der Zukunft wird das Bedürfnis nach interaktiven persönlichen Treffen noch steigen.

BCD Travel veröffentlicht “Travel Program Survey”
Travel Manager und Einkäufer konzentrieren sich auf die Verschärfung ihrer Reiserichtlinien, um Kosten zu reduzieren. Während sie aber in einigen Bereichen Kosten einsparen, wird die Bindung zu den bevorzugten Leistungsträgern schwächer, so das Ergebnis der achten jährlichen Kundenbefragung „Travel Program Survey“ von BCD Travel. 11 Prozent der Unternehmen haben die Nutzung von Online-Buchungstools im vergangenen Jahr erhöht. Innerhalb der nächsten zwei Jahre planen 47 Prozent die Einführung eines Online-Buchungstools.
Die diesjährige Studie zeigt eine Zunahme der Unternehmen, deren Reiserichtlinien „streng“ oder „moderat bis streng“ sind, um 23 Prozentpunkte: von 36 Prozent im Jahr 2007 auf 59 Prozent im Jahr 2008. Aber der Anteil der Unternehmen, die ihre Flugrichtlinie zu mehr als 70 Prozent einhalten, ist im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte gesunken: von 65 auf 57 Prozent. Trotz energischer Maßnahmen zur Durchsetzung der Reiserichtlinien haben die Unternehmen angesichts steigender Tarife und sinkender Kapazitäten immer noch Schwierigkeiten, Plätze bei den bevorzugten Leistungsträgern zu sichern.
„Unternehmen konzentrieren sich auf Kosteneinsparungen, müssen dabei aber die Balance zu ihren anderen Prioritäten berücksichtigen, wie zum Beispiel die Zufriedenheit oder die Sicherheit der Reisenden“, so Mary Ellen George, General Manager bei Advito. Die unabhängige Beratungssparte von BCD Travel war für die Datenanalyse und den Ausblick in dieser Studie verantwortlich ist.
Über die Hälfte der Travel Manager und Einkäufer (53 Prozent) schätzen, dass der Reisebedarf ihres Unternehmens bis Ende 2009 steigen wird. Die steigende Nachfrage wird vor allem durch Steigerungen in Entwicklungs- und Schwellenländern beeinflusst. 27 Prozent der Travel Manager und Einkäufer gehen davon aus, dass die Nachfrage in Asien um mehr als zehn Prozent steigen wird. Die zum Teil sehr optimistischen Ergebnisse reflektieren den globalen Charakter der Befragung und deren Zeitpunkt. Die Teilnehmer haben die Fragen anhand ihrer Unternehmensdaten und Prognosen aus dem ersten Quartal beantwortet. Eine Reihe von Signalen weist allerdings darauf hin, dass beispielsweise die Nachfrage nach Reiseleistungen bei Unternehmen aus den USA in diesem Jahr um mindestens 10 Prozent zurückgehen wird. Dennoch gehen Branchenexperten davon aus, dass dieser Rückgang nur vorübergehend ist und die Nachfrage sich in den kommenden zwölf Monaten erholt.
Die Befragung, die früher als „Client Benchmark Survey“ bekannt war, wurde im April durchgeführt. Insgesamt nahmen 333 BCD Travel-Kunden aus den wichtigsten globalen Business Travel-Märkten daran teil. Analysen von Advito und BCD Travel ergänzen die Umfrageergebnisse.

Mercer legt Cost of Living Survey 2008 vor
Moskau ist auch in diesem Jahr weltweit die teuerste Stadt für ins Ausland entsandte Mitarbeiter (Expatriates), gefolgt von Tokio und London. Am niedrigsten sind die Lebenshaltungskosten in Asunción (Paraguay). Das sind einige der Ergebnisse der Ende Juli von der Beratungsgesellschaft Mercer vorgelegten Studie zur Bewertung der Lebenshaltungskosten in 143 Großstädten weltweit.
Unter den ersten 50 gelisteten Großstädten befinden sich insgesamt fünf deutsche Metropolen: München (Rang 37), Berlin (Rang 38), Frankfurt am Main (Rang 40), Düsseldorf (Rang 46) und Hamburg (Rang 50). Leipzig ist im Vergleich zum Vorjahr um neun Plätze aufgestiegen und liegt nun auf Rang 95. „Leipzig hat den größten Satz nach oben gemacht; aber fast alle deutschen Städte haben im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Im Schnitt sind die Preise für Produkte und Dienstleistungen für Expatriates in Deutschland um 5 Indexpunkte gestiegen“, so Dirk Ewert, Leiter des Geschäftsbereichs Information Product Solutions bei Mercer in Deutschland.
Im europäischen Vergleich führt Moskau vor London, Oslo, Kopenhagen und Genf das Ranking der teuersten Städte an. Am niedrigsten sind die Lebenshaltungskosten in Sofia (im weltweiten Vergleich auf Rang 97).
Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben einige Städte große Sprünge im Ranking gemacht. „Oslo zum Beispiel ist von Platz 10 im vergangenen Jahr auf Rang vier geklettert. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten sind hier wie auch in vielen anderen Städten, die im Ranking aufgestiegen sind, in erster Linie auf die starke Entwicklung der lokalen Währung und auf den schwachen US Dollar zurückzuführen. Hinzu kommen die in einigen Großstädten enorm gestiegenen Preise für Mieten und Wohneigentum. In Norwegen zum Beispiel wurde Ende letzten Jahres ein neues Allzeithoch bei den Immobilienpreisen erreicht“, sagt Dirk Ewert.
Im Rahmen der Studie werden die Preise für über 200 Produkte und Dienstleistungen, darunter zum Beispiel Miete, öffentliche Verkehrsmittel sowie Haushaltswaren, Lebensmittel, Kleidung und Freizeitangebote, miteinander verglichen. „Wir wählen dabei die Produkte und Angebote internationaler Markenunternehmen aus und schauen uns die Preise in den Geschäften an, die stark von Expatriates frequentiert werden“ so Dirk Ewert weiter.
Die Ergebnisse der Studien werden von multinationalen Unternehmen und Regierungen auf der ganzen Welt als Grundlage für die Festlegung der Vergütungszulagen für den Ausgleich der Lebenshaltungskosten für ihre Expatriates herangezogen.

Amadeus-Studie: Mobile Technologien werden Geschäftsreisen revolutionieren
Mobile Technologien beginnen, Geschäftsreisen tiefgreifend zu verändern: Sie erleichtern den Zugang zu Informationen und Dienstleistungen während der Reise und ermöglichen es Travel Managern, die Einhaltung von Reiserichtlinien zu verbessern. Das ist das Ergebnis der Studie „Upwardly Mobile", die Amadeus und die Association of Corporate Travel Executives (ACTE) gemeinsam herausgeben.
Für die im Juni vorgestellte Studie wurde 72 Travel Managern aus der ganzen Welt die Frage gestellt, welchen Einfluss mobile Technologien auf Geschäftsreisen haben. Zusätzlich wurden mehr als 30 Interviews mit Travel Managern und Technologie-Experten geführt.
Die Ergebnisse sind deutlich: Mobile Technologien werden Geschäftsreisen revolutionieren. Sie werden es Reisenden erlauben, von unterwegs aus Flüge zu buchen und umzubuchen, Hotelreservierungen vorzunehmen oder Abrechnungsformulare auszufüllen – was ihre Flexibilität, den Komfort und ihre Produktivität erhöht. Mobile Technologien machen auch eine Reihe weiterer zeitsparender Anwendungen möglich, zum Beispiel das Online-Check-in für Flüge, virtuelle „Zimmerschlüssel" für Hotels wie auch elektronische Bordkarten, die direkt auf das mobile Endgerät der Reisenden übertragen werden.
Eine Folge: Reisende werden künftig weniger Bürozeit für die Reisevorbereitung brauchen und diese Aufgaben stattdessen unterwegs erledigen. Mobile Funktionen für den gesamten Reiseprozess werden in den Unternehmen spürbar zur Kostensenkung beitragen, indem sie Produktivität und Effizienz steigern.
„Upwardly Mobile" fand außerdem heraus, dass mobile Technologien Travel Manager darin unterstützen werden, die Ziele ihrer Reiserichtlinien einzuhalten und gleichzeitig die Sicherheit für Geschäftsreisende zu erhöhen – 100 Prozent der Befragten nannten „Den Aufenthaltsort von Reisenden feststellen und die Kommunikation mit diesen aus Sicherheitsgründen" als einen Hauptnutzen mobiler Technologien.
Minutengenaue Sicherheitswarnungen oder Informationen zu Verspätungen oder Katastrophen, die Geschäftsreisende betreffen könnten, lassen sich automatisch und rechtzeitig mit einer einfachen SMS-Textnachricht versenden. Währenddessen können Travel Manager die Mitarbeiter in Notfällen über GPS auffinden und damit der Verantwortung für die Sicherheit ihrer Mitarbeiter gerecht werden.
Der Studie zufolge können mobile Technologien Travel Manager dabei unterstützen, die Einhaltung von Reiserichtlinien während der Reise zu fördern. Wird ein Flug abgesagt, bekommen die Reisenden sofort Zugang zu den Listen der bevorzugten Leistungsträger. Das stellt sicher, dass sie den Richtlinien folgen statt kostspielige Alternativen zu buchen – was die Reisekosten weiter senkt.
Die Studie streicht heraus, wie wichtig es für Travel Manager ist, sich bald mit den IT- und Personalabteilungen ihrer Unternehmen zu beraten, um mobile Technologien strategisch in die Geschäftsreiseprozesse einzugliedern und so von den gegenwärtigen wie den künftigen Vorteilen zu profitieren.
„Upwardly Mobile" zeigt allerdings auch, dass Travel Manager die Vorteile mobiler Technologien zwar kennen, aber bisher nur wenige Veränderungen erreicht haben. Rund 80 Prozent wissen die Vorteile mobiler Telefone mit erweiterten Funktionen für Geschäftsreisende zu schätzen, dennoch haben erst sehr wenige diese Dienste in ihre Travel Management-Prozesse aufgenommen.

 

ABTA-Geschäftsreisestudie 2008: Repräsentative Daten für den Markt in Österreich
In Österreich nimmt die Bedeutung von Geschäftsreisen weiter zu, das bestätigt die Anfang Juni vorgelegte „Geschäftsreisestudie 2008“ der Austrian Business Travel Association (ABTA). Die Hälfte der befragten Unternehmen geht für 2008 von einer im Vergleich zum Vorjahr gleich bleibenden Geschäftsreisetätigkeit aus, 47% erwarten eine Zunahme. Bei den Kosten erwarten 52,9% der Befragten eine Steigerung, rund 39,4% rechnen mit einer Stagnation. Innerhalb der Branche Gewerbe und Handwerk wird der meiste Zuwachs geortet (70%), während in der Pharmabranche von einem gleichbleibenden Trend ausgegangen wird.
Insgesamt führten Unternehmen in Österreich 2007 rund 12,6 Millionen Geschäftsreisen durch (zum Vergleich: es gab 15,68 Millionen Urlaubsreisen). 1,13 Millionen Österreicher unternahmen im Vorjahr zumindest eine Dienst- oder Geschäftsreise. Das gesamte Geschäftsreisevolumen lag bei 5,4 Milliarden Euro.
Etwa drei Viertel der Unternehmen gaben 2-3 Tage als durchschnittliche Dauer einer Geschäftsreise an, wobei kleinere Unternehmen eher kürzer reisen. Generell liegt Österreich nicht im Trend zu kürzeren Tagesreisen, wie ihn etwa deutsche Unternehmen erkennen lassen.
Hinsichtlich der verfolgten Ziele, die mit den Geschäftsreisen erreicht werden sollen, divergieren die Ergebnisse je nach Branche und Größe des Unternehmens zum Teil erheblich. Unternehmen mit weltweit bis zu 5.000 Mitarbeitern sehen etwa einen besonderen Fokus auf Akquisition, Verhandlungen und Produktpräsentationen, während große, internationale Unternehmen ab 50.000 Mitarbeitern einen hohen Anteil an innerbetrieblich veranlassten Geschäfts-/Dienstreisen angeben. Nach Branchen geht es in den Bereichen Transport & Verkehr sowie Tourismus meist um Akquisitionen während bei Banken und Versicherungen die Pflege von Geschäftskontakten im Vordergrund steht.
Bei der Frage nach den Zielländern beziehungsweise -regionen, die 2008 besonders an Bedeutung gewinnen, steht Zentral- und Osteuropa an erster Stelle, gefolgt von Westeuropa. Mehr als die Hälfte der Geschäftsreisen gehen zu Destinationen in Europa. Über 20% der Unternehmen betonen die auch in Zukunft gegebene Bedeutung von Reisezielen in Deutschland. China und Indien werden die zunehmend wichtigen, großen Zukunftsmärkte sein.
Kosten sparen hat auch in Zukunft bei Geschäftsreisen oberste Priorität. Der Einsatz von Billig-Airlines war schon 2007 der Kostensenkungsfaktor Nummer 1. Der Anteil an den gesamten Flugbuchungen bleibt aber gering, erwarten die Unternehmen. Als weitere Kostensenkungsmaßnahmen mit Potenzial stehen detailliertes Controlling und vermehrte Online-Buchungen an zweiter beziehungsweise dritter Stelle, zudem werden Verträge mit Leistungsanbietern sowie die Verschärfung von Reiserichtlinien genannt.
Hinsichtlich der Abwicklung von Geschäftsreisen konstatiert die Studie einen anhaltend großen Beratungsbedarf vor allem bei Unternehmen mit weniger als 5.000 Mitarbeitern weltweit. Der Trend zu Onlinebuchungen bleibe zwar aufrecht, klassische Buchungswege werden aber nach wie vor genutzt, heißt es. Direktbuchungen erfolgen vor allem in der Hotellerie und im Mietwagenbereich. Flugbuchungen werden bevorzugt im Reisebüro durchgeführt.
Die Verantwortung für die Abwicklung von Geschäftsreisen liegt laut Studie meist bei den Vorstands- oder Chefsekretariaten (33,1%) oder in einer eigenständigen Travel Management-Abteilung (26,3%). Ab einer Unternehmensgröße von 1.000 Mitarbeitern verfügen die Firmen zu 80% über ein eigenständiges Travel Management. Ist ein solches vorhanden, werde dessen Nutzen deutlich wahrgenommen, heißt es in der Studie.
„Unsere Geschäftsreisestudie liefert erstmals repräsentative Daten, die den österreichischen Markt adäquat abbilden und die große Bedeutung der Geschäftsreisen innerhalb des Gesamttourismus belegen. Eine derart umfassende Befragung hat es in Österreich noch nicht gegeben“, erklärte  ABTA-Präsidentin Christine Hafner.

AirPlus meldet Anstieg der Flugbuchungen
Die positiven Meldungen aus der Wirtschaft, die in diesen Tagen manchen Finanzanalysten überrascht haben und vom Statistischen Bundesamt nochmals bestätigt wurden, kommen für Geschäftsreiseexperten nicht unerwartet. Der Grund: Ein deutlicher Anstieg der Flugbuchungen deutscher Unternehmen hat das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2008 begleitet.
Besonders deutlich fällt der Anstieg der Geschäftsreisen auf Strecken in boomende und heranwachsende Wirtschaftsregionen aus. Demnach haben im ersten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Buchungen nach Asien um 15 Prozent zugelegt, nach Russland und in die GUS-Staaten ist ein Plus von 21 Prozent zu verzeichnen. Auf den Strecken nach Lateinamerika ist die Zahl der Geschäftsreisen um 17 Prozent, auf denen in den Nahen Osten sogar um 29 Prozent gestiegen. Aber auch auf den Kontinentalrouten gab es mit vier Prozent noch ein klares Wachstum, ebenso auf den Nordamerikastrecken mit sieben Prozent. Grundlage der Zahlen sind die Geschäftsreisedaten von mehr als 20.000 deutschen Unternehmen, die AirPlus auswertet.

CWT-Studie untersucht Reiserichtlinien
Durch die Optimierung von Reiserichtlinien und ihrer Einhaltung können Unternehmen durchschnittlich 20 Prozent der gesamten Reiseausgaben einsparen. Dies ist ein Ergebnis der Ende Mai veröffentlichten Studie „Nach den Regeln spielen: Optimierung von Reiserichtlinien und ihrer Einhaltung“ des CWT Travel Management Institute von Carlson Wagonlit Travel (CWT). Die Untersuchung hilft Travel Managern, ihre Richtlinien zu bewerten, Maßnahmen zur Einhaltung zu verstärken und Einsparpotenziale zu ermitteln.
Durch eine eindeutige Definition der Reiserichtlinie mit klaren Mandaten können Unternehmen bereits acht Prozent der gesamten Reiseausgaben einsparen, so CWT. Durch die optimale Einhaltung dieser Reiserichtlinien können zusätzliche zwölf Prozent eingespart werden. Die Einsparungen ergeben sich aus Verbesserungen in fünf Bereichen:
·        Vorausbuchung von Flugreisen
·        Restriktive Sonderflugtarife
·        Bevorzugte Leistungsträger
·        Reisekomfort (Flugklasse/Hotelkategorie)
·        Bevorzugte Buchungswege
Die Studie identifiziert acht Best Practices für die Gestaltung von Richtlinien und zur Verbesserung der Einhaltung:
·        Einbeziehung des Managements aus dem gesamten Unternehmen.
·        Klare und verständliche Regeln für die Reisenden.
·        Länderübergreifende oder globale Standardisierung der Richtlinie.
·        Förderung der Einhaltung durch Kommunikation und Training.
·        Förderung der Einhaltung durch Maßnahmen am Point of Sale.
·        Erfolgskontrolle und korrigierende Maßnahmen.
·        Leistungsmessung im Vergleich zur Branche.
·        Wirksame Nutzung der Expertise des Geschäftsreiseanbieters.
CWT geht für die nahe Zukunft davon aus, dass Unternehmen zunehmend den Bereich Nachfragesteuerung angehen werden, um unnötige Reisen zu vermeiden. Zudem werden in Reiserichtlinien verstärkt Maßnahmen zum Umweltschutz aufgenommen werden. Außerdem werden Travel Manager künftig Meetings und Events in ihre Reiserichtlinien integrieren, um Synergien mit ihren bestehenden Firmenreiseprogrammen zu nutzen.
Die im Jahr 2007 mit CWT-Kunden durchgeführte Untersuchung bezog Unternehmen verschiedener Branchen, Reisebudgets (beginnend mit 5 Millionen USD) und Regionen ein und lässt sich in drei Untersuchungsmethoden einteilen:
·        Leistungsvergleiche von Reiserichtlinien bei 87 Unternehmen sowie Benchmarking von Hotelpreisen, die über acht Buchungswege ermittelt wurden.
·        Befragungen mittels ausführlicher Fragebögen, die von 57 Travel Managern und rund 6.500 Reisenden und Buchenden beantwortet wurden. Telefonische Befragung am Point of Sales zu 324 Reisenden, die gegen die Richtlinie verstoßen haben.
·        Globale Buchungsanalysen von mehreren Millionen Transaktionen; Konzentration auf 22 Unternehmen aufgrund spezifischer Reiserichtlinien und Reisemuster; ausführliche Fallstudien von vier Unternehmen, die kürzlich ihre Reiserichtlinie und deren Einhaltung verbessert haben; Überprüfung und Abgleich der Kreditkartendaten mit den Buchungsdaten für Flug und Hotelbuchungen von sieben Unternehmen.